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Börsengang : Google nimmt sich Warren Buffett als Vorbild

  • Aktualisiert am

Bild: dpa

Der Börsengang von Google ist für die Wall Street das mit Abstand größte Ereignis seit Jahren. Seit dem Platzen der „Internet-Blase“ trauen Branchenexperten dem Suchmaschinen-Betreiber erstmals wieder einen gelungenen Börsenstart zu.

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          Als Sergey Brin und Larry Page den Börsengang ihres Unternehmens ankündigten, erklärten die Google-Gründer, ihre Inspiration sei Warren Buffett gewesen. Sie hätten nicht die Absicht, für das 2,7 Milliarden schwere Listing ihre Gewinne zu beschönigen, nur um die Analysten der Wall Street zufrieden zu stellen, zitierten sie den Investmentguru. „Ein Management-Team, das von einer Reihe von Kurzfristzielen abgelenkt ist, ist genauso verbissen wie jemand, der abnehmen will und jede halbe Stunde auf die Waage steigt," schrieb Page an potentielle Aktionäre. „Wir werden unsere Gewinne langfristig optimieren statt das Ergebnis jedes Quartal glätten zu wollen."

          Page und Brin starteten die Internetsuchmaschine bereits, als sie noch an der Stanford University studierten. Google.com schlug bei den Nutzern ein und erwies sich als populärer als die Suchmaschinen von Konkurrenten wie Microsoft und Yahoo. Das Unternehmen punktete folglich auch bei den Werbekunden.

          Aktienauktion statt Konsortialbanken

          Bei dem Börsengang geht das Unternehmen aus Mountain View in Kalifornien unkonventionelle Wege. Nicht die Konsortialbanken werden den Emissionskurs festsetzen und die Aktien plazieren, sondern die Aktien werden im Auktionsverfahren über Internet, Telefon und Fax angeboten. Investoren können die Anzahl der Aktien, die sie kaufen wollen und den Kurs, den sie zu zahlen bereit sind, auf diese Weise aufgeben.

          Google-Erfinder nach der Arbeit: Larry Page (links) und Sergey Brin
          Google-Erfinder nach der Arbeit: Larry Page (links) und Sergey Brin :

          Google wird keinen Quartalsausblick zum Gewinn geben, kündigte Page an. „Um es mit den Worten von Warren Buffett zu sagen: 'Wir werden nicht die Quartals- oder Jahresergebnisse glätten: Wenn die Ertragszahlen unattraktiv sind, wenn sie in der Zentrale eingehen, werden sie auch unattraktiv sein, wenn sie Sie erreichen," schrieb Page an die Investoren. Das hätte sich Warren Buffett, der um Technologieaktien einen Bogen macht, nicht träumen lassen, daß er beim größten Internet-Börsendebüt im Rampenlicht steht.

          Aktien der Klassen A und B

          Wie Buffett wollen der 30jährige Brin und der 31jährige Page die finanziellen Vorzüge eines Börsendebüts genießen, aber die Kontrolle über das Unternehmen nicht aufgeben. Über zwei verschiedene Aktienkategorien wird sich Google gegen feindliche Übernahmeversuche schützen, teilten sie mit. Die Google-Gründer werden die Aktien der Klasse B halten, die jeweils mit zehn Stimmrechten ausgestattet sind. Hingegen haben Aktien der Klasse A nur jeweils ein Stimmrecht. Viele Medienkonzerne, darunter die New York Times Co., haben eine derartige Kapitalstruktur, schrieb Page. Dadurch hat die Geschäftsführung mehr Spielraum, das Unternehmen so zu führen, wie sie es für notwendig hält. "Die neuen Investoren werden vollständig am langfristigen Wachstum von Google teilhaben, aber sie haben auf strategische Entscheidungen weniger Einfluß als bei den meisten anderen börsennotierten Gesellschaften," erläuterte Page.

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