https://www.faz.net/-gqe-90mu8

Schwache Quartalszahlen : Snap stürzt an der Börse ab

  • Aktualisiert am

Nix mehr von „Mit wehenden Fahnen an die Börse“. Bild: dpa

Die Firma hinter der Snapchat-App erlebt ein weiteres Debakel: Der Aktienkurs fällt nachbörslich auf ein neues Rekordtief. Ein wesentlicher Grund für die Misere ist Facebook.

          1 Min.

          Auf die Euphorie des Börsengangs folgt die große Ernüchterung: Die Betreiberfirma der Foto-App Snapchat hat Anleger auch mit dem zweiten Quartalsbericht nach ihrem Börsengang enttäuscht. In den drei Monaten bis Ende Juni nahm der Verlust verglichen mit dem Vorjahreswert von 116 Millionen auf 443 Millionen Dollar (376 Mio Euro) zu, wie Snap am Donnerstag nach dem amerikanischen Börsenschluss mitteilte. Der Umsatz stieg zwar um über 150 Prozent auf 182 Millionen Dollar, blieb damit aber unter den Prognosen der Analysten. Die Aktie stürzte nachbörslich zeitweise um 14 Prozent ab.

          Auch das Nutzerwachstum konnte Investoren nicht überzeugen. Die Zahl der täglich aktiven User kletterte auf 173 Millionen, was einem Anstieg um 21 Prozent im Jahresvergleich und um vier Prozent verglichen mit dem Vorquartal entspricht. Die Erlöse pro Nutzer stiegen von 50 Cent im Vorjahreszeitraum auf 1,05 Dollar, am Markt war jedoch ein noch größerer Zuwachs erwartet worden.

          Hippes Marketing : Wie Firmen Snapchat nutzen

          Snapchats Muttergesellschaft Snap war Anfang März mit großem Rummel in New York an die Börse gegangen, zuletzt bekamen Anleger aber kalte Füße. Nachbörslich markierte der Kurs ein Rekordtief unter 12 Dollar, der Ausgabepreis der Aktien hatte bei 17 Dollar gelegen. Zum Handelsschluss am Donnerstag brachte es Snap immerhin noch auf einen Börsenwert von gut 16 Milliarden Dollar. Damit ist die Firma zwar meilenweit abgeschlagen hinter dem großen Rivalen Facebook, wird aber fast fünf Milliarden Dollar höher bewertet als Twitter.

          Harte Konkurrenz durch Facebook mit Instagram

          Das einst rasante Wachstum von Snapchat stockt bereits seit Herbst. Die Probleme, mit denen sich Snap-Chef und Mitgründer Evan Spiegel auseinandersetzen muss, sind nicht zuletzt der harten Konkurrenz durch Facebook geschuldet. Der Konzern, dessen Chef Mark Zuckerberg Snapchat einst kaufen wollte, aber bei Spiegel abblitzte, attackiert den aufstrebenden Wettbewerber schon länger heftig.

          Facebook und die zum Konzern gehörende Foto-App Instagram setzen Snapchat zu, indem sie wesentliche Funktionen kopieren. Mit Erfolg: Instagram hat nach eigenen Angaben bereits mehr als 400 Millionen täglich aktive Nutzer. Snapchat hatte mit Bildern, die nach dem Ansehen von alleine wieder verschwinden, vor allem bei jüngeren Nutzern große Popularität gewonnen. Später wurde das Angebot etwa mit Fotofiltern, Medieninhalten und einer Kamera-Sonnenbrille ausgebaut.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          So sieht der EQS aus.

          Der neue EQS : 770 Kilometer soll er schaffen

          Der EQS ist die elektrische Version der S-Klasse und gleichzeitig deren Konkurrent. Mit beiden will Daimler dicke Margen einfahren.
          Die damalige Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Linke) und der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) besuchen im September 2019 Baustellen landeseigener Wohnungsbaugesellschaften.

          Berliner Mietendeckel : Ein Desaster für Rot-Rot-Grün

          Der gescheiterte Mietendeckel in Berlin war das zentrale Projekt von SPD, Grünen und Linken. Aufgeben wollen die Parteien die Idee aber nicht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.