https://www.faz.net/-gqe-7b573

Berufsnetzwerk Xing : Ade Lebenslauf, hallo Portfolio

Mobile Verbindung Bild: dpa

Xing überholt seine Nutzerprofile. Die Mitglieder bekommen mehr Gestaltungsraum. Und das Netzwerk schielt auf eine neue Zielgruppe.

          Seit Jahren sind sie in Deutschland eine wachsende Bevölkerungsgruppe: Menschen mit befristeten Arbeitsverträgen, die immer wieder die Arbeitsstelle wechseln und sich neuen Aufgaben zuwenden müssen. Thomas Vollmoeller, der Vorstandsvorsitzende des beruflichen sozialen Netzwerks Xing AG, nennt die Lebenswege dieser Menschen „Patchworkkarrieren“. Und für solche zusammengesetzten Berufswege bietet Vollmoellers Unternehmen seit diesem Mittwoch neue Darstellungsmöglichkeiten.

          In einem der größten Xing-Projekte der jüngeren Vergangenheit hat das Netzwerk seine Nutzerprofile komplett überarbeitet. Nach Vollmoellers Angaben hat eine Arbeitsgruppe von 15 Mitarbeitern gut ein dreiviertel Jahr an der Profilerneuerung gewerkelt. Das Ergebnis: Die mehr als 13 Millionen Mitglieder können nun ihre eigenen Auftritte individueller gestalten. Im sogenannten „Portfolio“ sollen sich die Nutzer mit Fotos und beschreibenden Texten präsentieren können. Dazu kommt die Möglichkeit, dass Nutzer in ihr Profil Daten aus externen Quellen einfließen lassen können, etwa dem Kurznachrichtendienst Twitter. Die relativ statische Web-Visitenkarte mit angehängtem Lebenslauf sieht Xing nicht mehr als zeitgemäß an. „Die Arbeitswelt verändert sich radikal, und damit ist ein Profil, das rein auf dem Lebenslauf basiert, nicht mehr zeitgemäß“, sagt Vollmoeller.

          Die Xing AG schielt mit der Neuerung aber auch im Kampf der sozialen Netzwerke auf eine weitere und ebenfalls wachsende Kundengruppe: So will das Unternehmen auch Freiberufler, Handwerker oder auch Gewerbetreibende als Mitglieder gewinnen. Vollmoeller zählt dazu etwa einen Zahnarzt, der mit dem neuen Profil im Netzwerk nun zeigen könne, wie seine Praxis von innen aussieht. Und auch eher internetferne Berufe wie Bäcker sollen dort mehr über sich erzählen können. „Wir wollen unsere Plattform für neue Zielgruppen öffnen“, sagt Vollmoeller. „Sie soll auch für Menschen zugänglich werden, die vielleicht keinen traditionellen Lebenslauf haben, die zum Beispiel künstlerisch tätig sind und sich dort mit allen Projekten präsentieren können, an denen sie gerade arbeiten oder bisher gearbeitet haben.“

          Zum anderen will jedes soziale Netzwerk seine Mitglieder so lange wie möglich auf der eigenen Plattform halten - und je mehr sie sich mit Inhalten dort beschäftigen, desto länger bleiben sie. Zumindest im Vergleich mit dem amerikanischen Konkurrenten Linkedin liegt Xing auch ohne die neuen Nutzerprofile in der Kategorie Verweildauer vorne. Nach Erhebungen der Marktforscher Comscore vom Mai dieses Jahres blieb jedes deutsche Xing-Mitglied im Schnitt 4,4 Minuten pro Besuch im Netzwerk. Die Linkedin-Mitglieder verweilten dagegen 2,4 Minuten.

          Weitere Themen

          Als die Grenze fiel Video-Seite öffnen

          August 1989 : Als die Grenze fiel

          Die Welt hat lange stillgestanden an der ungarisch-österreichischen Grenze. Bis zum 19. August 1989. Dann, vor 30 Jahren, platzte zwischen Fertörákos und Mörbisch eine Nahtstelle des Eisernen Vorhangs – mit weitreichenden Folgen für die Region und ganz Europa.

          Choupette ist heimgekehrt

          Lagerfelds Katze : Choupette ist heimgekehrt

          Nach dem Tod ihres Besitzers war es ruhig geworden um Karl Lagerfelds berühmte Katze Choupette. Auch aus den sozialen Netzwerken hatte sie sich zurückgezogen. Jetzt gibt es ein Lebenszeichen.

          Topmeldungen

          Frankfurt (Oder) aus der Vogelperspektive – in Brandenburg sind die Grundsteuern eher niedrig.

          Kommunalen Abgaben : Die Gemeinden erhöhen weiter die Steuern

          Wer in Nordrhein-Westfalen lebt, zahlt mehr für die Grundsteuer als ein Bayer oder Brandenburger. Viele Gemeinden erhöhten zuletzt wieder ihre Steuern – besonders oft im Saarland.

          AKK in Jordanien : Eine Ministerin lässt sich beeindrucken

          Annegret Kramp-Karrenbauer besucht die Tornado-Flieger in der jordanischen Wüste. Dabei betritt die Verteidigungsministerin eine Welt, die fern vom deutschen Alltag liegt – und doch eine ganze Menge mit ihm zu tun hat.

          Sicherer Finanzplatz gesucht : Peking plant Alternative zum umkämpften Hongkong

          Angesichts fast täglicher Demonstrationen steigt die Angst vor einem wirtschaftlichen Einbruch Hongkongs. Chinas Regierung will daher Shenzhen zum neuen internationalen Finanzplatz ausbauen, um Investoren nach Festlandchina zu locken.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.