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Berufsnetzwerk Xing : Ade Lebenslauf, hallo Portfolio

Mobile Verbindung Bild: dpa

Xing überholt seine Nutzerprofile. Die Mitglieder bekommen mehr Gestaltungsraum. Und das Netzwerk schielt auf eine neue Zielgruppe.

          2 Min.

          Seit Jahren sind sie in Deutschland eine wachsende Bevölkerungsgruppe: Menschen mit befristeten Arbeitsverträgen, die immer wieder die Arbeitsstelle wechseln und sich neuen Aufgaben zuwenden müssen. Thomas Vollmoeller, der Vorstandsvorsitzende des beruflichen sozialen Netzwerks Xing AG, nennt die Lebenswege dieser Menschen „Patchworkkarrieren“. Und für solche zusammengesetzten Berufswege bietet Vollmoellers Unternehmen seit diesem Mittwoch neue Darstellungsmöglichkeiten.

          Martin Gropp
          Redakteur in der Wirtschaft.

          In einem der größten Xing-Projekte der jüngeren Vergangenheit hat das Netzwerk seine Nutzerprofile komplett überarbeitet. Nach Vollmoellers Angaben hat eine Arbeitsgruppe von 15 Mitarbeitern gut ein dreiviertel Jahr an der Profilerneuerung gewerkelt. Das Ergebnis: Die mehr als 13 Millionen Mitglieder können nun ihre eigenen Auftritte individueller gestalten. Im sogenannten „Portfolio“ sollen sich die Nutzer mit Fotos und beschreibenden Texten präsentieren können. Dazu kommt die Möglichkeit, dass Nutzer in ihr Profil Daten aus externen Quellen einfließen lassen können, etwa dem Kurznachrichtendienst Twitter. Die relativ statische Web-Visitenkarte mit angehängtem Lebenslauf sieht Xing nicht mehr als zeitgemäß an. „Die Arbeitswelt verändert sich radikal, und damit ist ein Profil, das rein auf dem Lebenslauf basiert, nicht mehr zeitgemäß“, sagt Vollmoeller.

          Die Xing AG schielt mit der Neuerung aber auch im Kampf der sozialen Netzwerke auf eine weitere und ebenfalls wachsende Kundengruppe: So will das Unternehmen auch Freiberufler, Handwerker oder auch Gewerbetreibende als Mitglieder gewinnen. Vollmoeller zählt dazu etwa einen Zahnarzt, der mit dem neuen Profil im Netzwerk nun zeigen könne, wie seine Praxis von innen aussieht. Und auch eher internetferne Berufe wie Bäcker sollen dort mehr über sich erzählen können. „Wir wollen unsere Plattform für neue Zielgruppen öffnen“, sagt Vollmoeller. „Sie soll auch für Menschen zugänglich werden, die vielleicht keinen traditionellen Lebenslauf haben, die zum Beispiel künstlerisch tätig sind und sich dort mit allen Projekten präsentieren können, an denen sie gerade arbeiten oder bisher gearbeitet haben.“

          Zum anderen will jedes soziale Netzwerk seine Mitglieder so lange wie möglich auf der eigenen Plattform halten - und je mehr sie sich mit Inhalten dort beschäftigen, desto länger bleiben sie. Zumindest im Vergleich mit dem amerikanischen Konkurrenten Linkedin liegt Xing auch ohne die neuen Nutzerprofile in der Kategorie Verweildauer vorne. Nach Erhebungen der Marktforscher Comscore vom Mai dieses Jahres blieb jedes deutsche Xing-Mitglied im Schnitt 4,4 Minuten pro Besuch im Netzwerk. Die Linkedin-Mitglieder verweilten dagegen 2,4 Minuten.

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