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Banken im Test : Verbraucherschützer prangern Anlageberatung an

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Banken beraten immer noch schlecht, sagt die Stiftung Warentest. Die Schuld daran sieht Verbraucherministerin Aigner bei falschen Vorgaben der Chefetagen. Verbraucherschützer fordern das Ende der provisionsgetriebenen Beratung.

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          „Viele Banken haben aus ihren Fehlern wenig gelernt und leisten sich weiterhin gravierende Versäumnisse“, sagte Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner an diesem Dienstag. Sie reagiert damit auf eine Untersuchung der Stiftung Warentest, die Bankberater getestet - und für schlecht befunden hat (siehe Banken im Test: Die Blamage geht weiter).

          Bei den Kundengesprächen würden vielfach gesetzliche Vorgaben nicht eingehalten und Risiken verschwiegen. Die Anlageberatungen seien 2010 sogar noch schlechter geworden, heißt es in einer am Dienstag in Berlin vorgestellten Untersuchung. Oft seien aber nicht die Berater das Problem, sondern falsche Vorgaben der Chefetagen, sagte Ministerin Aigner dazu.

          „Vieles ist für Verbraucher nach wie vor nicht verständlich“

          Die Bekundungen der Institute, private Anleger besser zu betreuen, nannte der Chef der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), Gerd Billen, leere Worthülsen. „Ohne die Abkehr von der provisionsgetriebenen Beratung, ohne klare gesetzliche Vorgaben und effektive Kontrollen durch die Finanzaufsicht wird sich an der Qualität der Anlageberatung durch Banken und Finanzvermittler nichts ändern“, sagte er.

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          Der Ex-Banker Eberhard Beer kritisierte, auch die von der Politik verordnete neue Transparenz habe wenig verbessert. „Trotz aller Protokolle und Beipackzettel: Vieles ist für Verbraucher nach wie vor nicht verständlich“, sagte der Sprecher der „Alten Hasen“, eines Netzwerks unabhängiger Bankkaufleute ab 55 Jahre.

          In der Finanzkrise ist das Vertrauen in die Anlageberatung gesunken

          Der Dachverband der Bankenverbände, der Zentrale Kreditausschuss (ZKA), räumte daraufhin nun deutlichen Nachholbedarf ein. Der ZKA sagte, die Anwendung der gesetzlichen Vorgaben müsse sich noch einspielen und wo nötig verbessert werden. Insgesamt habe sich die Qualität der Kundenberatung in den vergangenen Monaten aber verbessert. Die einzelnen Institute wollen sich die Ergebnisse der Studie im Detail anschauen, bevor sie Konsequenzen ziehen. Die Targobank verwies darauf, dass ihre Beratungsleistung in früheren Erhebungen anderer Tester gelobt worden sei.

          Nach einer Umfrage von TNS infratest für die ING-DiBa unter 2500 Bankkunden ist in der Finanzkrise bei drei von vier Deutschen das Vertrauen in die Anlageberatung der Banken gesunken. 40 Prozent der Befragten glauben, dass bei der Geldanlage das Interesse der Bank im Mittelpunkt stehe, nur 32 Prozent sehen das Kundeninteresse als Schwerpunkt.

          „Wir können uns derzeit nicht erklären, was da passiert ist“

          Die von der Stiftung Warentest mit der Note „mangelhaft“ abgestrafte Nassauische Sparkasse (Naspa/Wiesbaden) sucht mit Hochdruck nach den Ursachen für das schlechte Abschneiden. „Es ist vollkommen inakzeptabel, dass Beratungsprotokolle bei der Wertpapierberatung nicht ausgehändigt werden“, sagte eine Sprecherin des Instituts am Dienstag auf Anfrage. „Wir können uns das derzeit nicht erklären, was da passiert ist und werden alles daran setzen, das schnellstmöglich zu ändern.“

          Nach ihren Angaben werden bei der Naspa pro Monat im Schnitt 1500 bis 2000 Beratungsprotokolle an Kunden ausgehändigt. Die Naspa ist
          mit einer Bilanzsumme von knapp zwölf Milliarden Euro die siebtgrößte Sparkasse Deutschlands. Das Institut hat in Teilen von Hessen und
          Rheinland-Pfalz insgesamt 450 000 Kunden.

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