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Bald an die Börse : Facebook setzt Karriere-Netz LinkedIn unter Druck

  • Aktualisiert am

Er gründete das Internet-Karriere-Netzwerk LinkedIn: Der Amerikaner Reid Hoffman Bild: AP

Sie wollen unbedingt Facebook zuvorkommen: Das amerikanische Karriere-Netzwerk LinkedIn und andere Internetunternehmen wollen noch 2011 an die Börse gehen. Denn wer würde sich für sie interessieren, wenn Facebook zuvor an die Börse drängt?

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          Das Online-Karriere-Netzwerk LinkedIn will nach Informationen aus Kreisen noch in diesem Jahr an die Börse gehen. Die Banken Morgan Stanley, Bank of America und JPMorgan seien für die Vorbereitungen ausgewählt worden, berichten mehrere mit der Angelegenheit vertrauten Personen in der Nacht zum Donnerstag. Ein LinkedIn-Sprecher sagte lediglich, ein Börsengang sei eine von vielen Möglichkeiten, die in Frage kämen.

          In den Kreisen hieß es weiter, einige der aufstrebenden Internetfirmen wie LinkedIn oder Zynga, einem Anbieter von Online-Spielen, würden an die Börsen streben, weil sie auf jeden Fall Facebook zuvorkommen wollten. „Wenn Facebook vor LinkedIn an die Börse ginge, glauben Sie, dass sich dann noch irgendjemand für LinkedIn interessieren würde“, sagte eine Person, die namentlich nicht genannt werden wollte.

          Facebook selbst hatte im September einen Börsengang nicht vor Ende 2012 in Aussicht gestellt (siehe Facebook will erst in zwei Jahren an die Börse). Das Unternehmen, das Mark Zuckerberg gegründet hat, könnte Kreisen zufolge allerdings dazu gezwungen werden, das Vorhaben vorzuziehen. Derzeit laufen Untersuchungen der amerikanischen Börsenaufsicht SEC, ob Facebook eine Regel gebrochen hat, wonach die Zahl der Investoren für nicht börsennotierte Unternehmen auf 499 begrenzt ist (siehe Wall Street: Internetboom hinter den Kulissen). Firmen mit mindestens 500 Anlegern müssen demnach eine Börsennotiz anstreben. Das zuletzt bekanntgewordene 500-Millionen-Dollar-Engagement von Goldman Sachs und der russischen Digital Sky Technologies bei Facebook brachte diese Problematik abermals auf die Agenda.

          Reid Hoffmann von LinkedIn im Jahr 2008

          LinkedIn hat mehr als 85 Millionen Mitglieder. Angaben zur finanziellen Situation macht das soziale Netzwerk nicht. Geld verdient es vor allem durch Anzeigen und Gebühren für Premium-Dienstleistungen. Wie viel die Firma an der Börse wert sein könnte, wurde in den Kreisen nicht gesagt. Auf der Internetplattform SharesPost wird LinkedIn mit rund 2,2 Milliarden Dollar bewertete. Der Wert von Facebook wurde nach dem jüngsten Investment von Goldman Sachs auf 50 Milliarden Dollar taxiert (siehe Facebook mit 50 Milliarden Dollar bewertet). Die Plattform hat mehr als 500 Millionen Nutzer, täglich kommen Tausende hinzu.

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