https://www.faz.net/-gqe-8v1qi

Automatisierung : Bill Gates fordert Roboter-Steuer

  • Aktualisiert am

Fordert eine Roboter-Steuer: Microsoft-Gründer Bill Gates Bild: EPA

Viele haben Angst, dass Roboter uns die Arbeit wegnehmen. Bill Gates fürchtet noch mehr: Dem Staat könnten Einkommensteuern verloren gehen. Deshalb fordert er eine Roboter-Steuer – und hat schon Ideen, wofür man sie einsetzen könnte.

          Künstliche Intelligenz in Form von klugen Algorithmen und Robotern ist in aller Munde. Spätestens seit bekannt geworden ist, dass bei einem japanischen Versicherer rund ein Drittel der Belegschaft durch künstliche Intelligenz ersetzt wurde, fürchten viele Menschen, ihre Stellen im Zuge der Automatisierung zu verlieren. Der Microsoft-Gründer Bill Gates geht jetzt noch einen Schritt weiter: Wo statt Menschen in Zukunft Roboter arbeiten, geht dem Staat die Einkommensteuer flöten, die bis dato noch der arbeitende Mensch entrichten muss, argumentiert er in einem Video-Interview mit dem Online-Wirtschaftsportal „Quartz“.

          Gates' Lösung klingt denkbar einfach: „Wenn ein Roboter ins Spiel kommt und dieselbe Arbeit macht, die sonst ein Mensch machen würde, sollte man doch denken, dass man den Roboter auf einem ähnlichen Niveau besteuert“, sagte er. Das Geld möchte er an anderer Stelle nutzbringend einsetzen.

          Es würden beispielsweise noch immer viel mehr Menschen benötigt, um sich um Ältere oder Kinder mit speziellen Bedürfnissen zu kümmern, argumentiert Gates. Die Berufe in der Pflege oder Pädagogik seien von einer Natur, wo noch immer „menschliche Empathie und Verständnis sehr, sehr einzigartig“ seien. Sprich: Durch Roboter schwer ersetzbar. Gates argumentiert, dass es sinnvoll sei, Einnahmen aus einer Roboter-Steuer an solchen Stellen einzusetzen.

          Und mehr noch: Auch die Menschen, deren Berufe durch die Automatisierung wegfielen, würden an diesen Stellen dringend als Arbeitskräfte gebraucht. In den sozialen Berufe gebe es nämlich “immense Engpässe“. Scherzhaft führt Gates am Ende des Interviews an, er sei überzeugt, dass sich die Roboter nicht darüber empören würden, wenn man sie mit einer Roboter-Steuer belangte.

          Weitere Themen

          „Was in Davos passiert, bleibt auch in Davos“ Video-Seite öffnen

          Weltwirtschaftsforum : „Was in Davos passiert, bleibt auch in Davos“

          Zum Start des Weltwirtschaftsforums im Schweizer Skiort Davos stellt sich die Frage: Wird es in diesem Jahr ohne Trump, May und Macron langweilig? Nein, sagen die F.A.Z.-Korrespondenten vor Ort und liefern die Begründung gleich mit.

          „Wir sind es wert!“ Video-Seite öffnen

          Mehr Geld für Staatsdienst : „Wir sind es wert!“

          Sechs Prozent mehr Gehalt und ein monatliches Plus von mindestens 200 Euro: Das ist die Forderung der rund 800.000 Tarifangestellten der Bundesländer außer Hessen. Am Montag sind die Verhandlungen gestartet.

          Topmeldungen

          Der technische Fortschritt löst auch Ängste aus

          Weltwirtschaftsforum : Die breiten Massen bleiben zurück

          Gesellschaften driften auseinander: Während in informierteren Schichten Optimismus herrscht, sind andere systemkritischer und skeptischer denn je, zeigt eine neue Studie. Auch in Deutschland.
          Starker Rückhalt: Andreas Wolff im Tor der Deutschen.

          Handball-WM : Deutschlands hart erarbeitetes Halbfinal-Glück

          Das Duell mit Kroatien ist Handball hardcore. Mit Leidenschaft und Teamwork gewinnen die Deutschen ein Drama und stehen im WM-Halbfinale. Doch eine schwere Verletzung trübt die Freude.

          Brexit-Kommentar : Mays Plan B ist Plan A

          Bei keiner wichtigen Frage änderte Premierministerin May ihre Haltung. Sie will nun wieder reden – mit den Abgeordneten und der EU. Dass es jetzt schnell gehen muss, kann sogar ein Vorteil sein.

          Personalie Patzelt : Zwischen den Fronten

          Werner Patzelt soll der sächsischen CDU helfen, ihr Wahlprogramm auszuarbeiten. Seit das feststeht, ist um ihn eine Kontroverse entbrannt – die auch alte Konflikte mit der TU Dresden wieder befeuert.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.