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Nach enttäuschenden Zahlen : Warum Großinvestor Icahn bei Apple aussteigt

  • Aktualisiert am

Starinvestor Carl Icahn bei einem Interview 2014 Bild: Reuters

Ein weiteres Anzeichen, dass Apples Höhenflüge vorerst vorbei sind: Starinvestor Carl Icahn nimmt seine Gewinne mit und steigt aus. Vor allem China bereitet ihm Sorgen.

          Der als aggressiver Investor bekannte Milliardär Carl Icahn hat sich von seiner Apple-Beteiligung getrennt. Der Grund sei vor allem die Sorge um das Geschäft des iPhone-Konzerns in China gewesen, sagte Icahn am Donnerstag im TV-Sender CNBC. Die Behörden könnten „einschreiten und es für Apple sehr schwierig machen, dort zu verkaufen“, erklärte der Achtzigjährige. Vor kurzem war bekannt geworden, dass das Film- und E-Book-Angebot von Apple in China blockiert wurde. Die Regierung machte insgesamt deutlich, dass sie stärker gegen westlichen Einfluss vorgehen wolle.

          Icahn hatte Apple-Papiere im Wert von mehreren Milliarden Dollar zusammengekauft und danach auf den Konzern Druck gemacht, Anteilseigner über Aktienrückkäufe und Dividenden an den Milliardengewinnen zu beteiligen. Apple erhöhte die über mehrere Jahre verteilten Ausschüttungen dieses Woche um 50 Milliarden Dollar auf insgesamt 250 Milliarden Dollar.

          Zwei Milliarden Dollar verdient

          Zum Ende des vergangenen Jahres hatte Icahn 45,8 Millionen Anteilsscheine von Apple. In der Vergangenheit bezeichnete er sein Engagement bei dem iPhone-Produzenten oft als etwas, das keiner Überlegung bedürfe. Er sagte CNBC, er habe an den Apple-Aktien etwa zwei Milliarden Dollar verdient.

          Icahn ist berüchtigt für die Vorgehensweise, sich bei Unternehmen einzukaufen und dann Ausschüttungen oder eine Zerschlagung zu fordern. Er halte Apple weiterhin für ein „großartiges Unternehmen“, sagte Icahn jetzt CNBC. Er hatte früher stets erklärt, Apple sei an der Börse unterbewertet.

          Umsatzrückgang setzt Aktie unter Druck

          Der Erfolg des Konzerns scheint aber nicht mehr garantiert. Apple verdiente im abgelaufenen Quartal zwar mit 10,6 Milliarden Dollar immer noch prächtig, erlitt aber zugleich den ersten Umsatzrückgang seit 13 Jahren. In China, inzwischen der zweitwichtigste Markt für Apple nach den Vereinigten Staaten, brachen die Erlöse um mehr als ein Viertel ein. Hier bekommt der Konzern die Konjunkturabkühlung und die erstarkte Billigkonkurrenz einheimischer Anbieter wie Xiaomi, Lenovo und Huawei zu spüren.

          Beim Kassenschlager iPhone ging der Absatz sogar erstmals seit der Markteinführung 2007 zurück. Die Aktie fiel daraufhin unter die Marke von 100 Dollar. Am Donnerstag erhöhte sich während des Interviews von Icahn der Druck und sie gab weitere rund zwei Prozent auf rund 95 Dollar nach.

          In den vergangenen zwölf Monaten verlor die Aktie wegen der Sorge der Anleger um das zukünftige Wachstum gut ein Viertel ihres Werts. Apple ist an der Börse aktuell gut 490 Milliarden Dollar wert - während der Konzern allein Geldreserven von 233 Milliarden Dollar hat.

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