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Neue Apple-Produkte : Zur Revolution verdammt

Apple-Chef Tim Cook kündigt die Apple Watch an Bild: AP

Das iPhone 6, die erste Digitaluhr des Konzerns und ein neues Bezahlsystem: Kann Tim Cook damit aus dem Schatten von Steve Jobs treten?

          Der Elektronikkonzern Apple ist an einen Ort zurückgekehrt, an dem er schon mehrmals Geschichte geschrieben hat: Für seine Pressekonferenz am Dienstag lud Apple in das Flint Center in seinem Heimatort Cupertino im kalifornischen Silicon Valley ein. Hier hat der 2011 verstorbene Mitgründer und langjährige Vorstandsvorsitzende Steve Jobs einige der wichtigsten Neuheiten vorgestellt, die Apple je herausgebracht hat. 1984 zeigte er hier den revolutionären Macintosh, den ersten Computer mit einer grafischen Benutzeroberfläche, die später zum Branchenstandard wurde. Und 1998, als Apple eine schwere Krise hinter sich hatte, enthüllte Jobs hier den iMac, einen Rechner mit halbdurchsichtigem Plastikgehäuse. Damit meldete sich Apple nach einer Serie von Produktflops wieder als innovatives Unternehmen mit einem Gespür für Design zurück. Zum ersten Mal seit dieser iMac-Veranstaltung vor 16 Jahren hat Apple nun wieder diesen historischen Ort für eine Produktpräsentation gewählt, und entsprechend hoch waren die Erwartungen im Vorfeld.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Tatsächlich hat Jobs-Nachfolger Tim Cook am Dienstag sein Versprechen erfüllt, Apple in eine neue Produktkategorie zu führen. Cook stellte nicht nur Neuauflagen des iPhone-Handys vor, sondern auch eine Digitaluhr mit dem Namen Apple Watch. Mit vollmundigen Worten, wie man sie früher auch von Jobs kannte, sagte Cook, die Uhr werde „das nächste Kapitel in der Geschichte von Apple“ einläuten. Die Uhr ist das erste ganz neue Produkt, das Apple seit der noch von Jobs verantworteten Einführung des Tabletcomputers iPad im Jahr 2010 vorgestellt hat. Cook hatte sich seit seinem Antritt vor gut drei Jahren bislang auf Variationen bestehender Geräte beschränkt, wie etwa eine Mini-Version des iPad. Daher gab es viele Zweifel, ob Apple auch ohne Jobs noch zu großen Innovationen fähig ist. In der Jobs-Ära waren neben dem iPad auch nicht minder revolutionäre Produkte wie das iPhone und der digitale Musikspieler iPod herausgekommen.

          Austauschbare Uhrarmbänder

          Apple zeigte am Dienstag eine Serie von Uhrenmodellen, die in verschiedenen Gehäusen (Edelstahl, Aluminium und Gold) und mit austauschbaren Uhrbändern geliefert werden. Die Uhren, die nur im Zusammenspiel mit dem iPhone funktionieren, haben einen berührungsempfindlichen Bildschirm, können aber daneben auch mit einem kleinen Drehrädchen an der Seite bedient werden. Mit diesem Rad können die Nutzer den Bildschirm verkleinern oder vergrößern oder auch von oben nach unten scrollen. Durch Drücken des Rädchens können sie außerdem auf den Startbildschirm zurückkehren. Aufgeladen wird die Uhr von einem Magneten, der an die Rückseite des Geräts angebracht wird. Apple stellte bei seiner Präsentation vor den Einsatz der Uhr für Fitness- und Gesundheitsanwendungen in den Vordergrund. Cook nannte die Uhr „das persönlichste Gerät, das wir je gemacht haben“. Wer die Apple Watch haben will, muss sich allerdings noch gedulden. Die Uhr soll erst Anfang nächsten Jahres auf den Markt kommen, also nicht mehr rechtzeitig zum kommenden Weihnachtsgeschäft. Das Gerät soll in Amerika 349 Dollar kosten.

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