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Netz von Auslandsfirmen : Irland bestreitet Steuervergünstigungen für Apple

  • Aktualisiert am

Apple und die Steuern: Wo zahlt der Konzern was? Bild: AFP

Apple soll durch ein komplexes Netz an Auslandsfirmen Milliarden Dollar an Steuerzahlungen vermieden haben. Ein wesentlicher Teil der Umsätze soll über Tochterfirmen in Irland laufen. Dublin wehrt sich nun gegen die Vorwürfe.

          Die Regierung in Dublin hat Vorwürfe zurückgewiesen, für die Steuerfreiheit von Niederlassungen des amerikanischen Konzerns Apple in Irland verantwortlich zu sein. „Das hat nichts mit dem irischen Steuersystem zu tun“, sagte Außenminister Eamon Gilmore am Dienstag am Rande eines Ministertreffens in Brüssel. „Das sind Fragen, die mit dem Besteuerungssystem in anderen Rechtssystemen zu tun haben. Und das ist eine Frage, die in diesen Rechtssystemen gelöst werden muss.“

          Irland unterstütze internationale Bemühungen um eine Schließung von Steuerschlupflöchern. „Das irische Steuersystem ist sehr transparent und sehr klar. Wir haben einen Unternehmenssteuersatz, der für alle Firmen gilt. Und die OECD hat bestätigt, dass Irland ein sehr steuerkonformes Land ist.“ Er betonte: „Es gibt Probleme in anderen Rechtssystemen, diese Probleme müssen gelöst werden. Alle internationalen Schlupflöcher müssen gestopft werden.“

          Eine Untersuchung des amerikanischen Senats kam zu dem Ergebnis, dass der Hightech-Konzern Apple durch ein komplexes Netz an Auslandsfirmen Milliarden Dollar an Steuerzahlungen in den Vereinigten Staaten und anderen Ländern vermieden habe. Darin heißt es, dass ein wesentlicher Teil der Umsätze von Apple über Tochterfirmen in Irland laufe.

          Apple erklärte dazu, dass die Tochter Apple Operations International nicht in den Vereinigten Staaten steuerpflichtig sei, weil sie in Irland ansässig sei. Sie werde aber auch von Irland nicht besteuert, weil sie dafür bestimmte Ansässigkeitsbedingungen nicht erfülle. Allerdings flössen der Firma bereits in den Herkunftsländern besteuerte Mittel zu.

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