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Nach dem Tod von Steve Jobs : Was Apple antreibt

Bild: AFP

Was für eine Woche für Apple. Erst gab es ein neues iPhone. Kurz darauf starb nach langer Krankheit Steve Jobs. Der Computervisionär hat seinen Nachfolgern seine Markenbotschaft hinterlassen.

          6 Min.

          Es ist ein sonniger Herbsttag in Paris im Jahr 2005. Nur ein paar Wochen zuvor hatte Steve Jobs, der Mitbegründer von Apple, Studenten der Stanford-Universität im fernen Kalifornien eindrucksvoll Lebenshilfe gegeben. Es waren nur drei Geschichten, die er den Studenten erzählt hatte, aber die hatten es in sich: Sie handelten von Jobs’ Jugend und der Gründung von Apple, von seinem Rauswurf aus seinem geliebten Unternehmen, später von seiner Krebsdiagnose, seiner Begegnung mit dem Tod und den Lehren, die er daraus gezogen hat. Jobs’ Rede vor den Studenten in Stanford beeindruckt auch sechs Jahre später noch. Sie wurde zitiert, als Jobs vor wenigen Wochen wegen seiner gesundheitlichen Schwierigkeiten den Vorstandsvorsitz von Apple niederlegte und das Amt an Tim Cook übergab. Und natürlich am Freitag, zum Gedenken an den Verstorbenen.

          Carsten Knop

          Chefredakteur digitale Produkte.

          Wer aber vor sechs Jahren, also unmittelbar nach Jobs’ bemerkenswertem Auftritt in Stanford, darauf gehofft hatte, der in privaten Angelegenheiten höchst verschlossene Vorstandschef würde in dieser Hinsicht nun zugänglicher werden, sah sich getäuscht. Zur nächsten öffentlichen Apple-Veranstaltung in Paris, an jenem Herbsttag im Jahr 2005, gab sich Jobs so wie immer: persönlich verschlossen, ganz der Mann hinter Apple und seinen Produkten. Und doch sollte diese Begegnung in Paris etwas Besonderes werden.

          Ein Vermächtnis mit Blick auf das Unternehmen

          Denn Jobs gab an jenem Tag einen bemerkenswert guten Einblick in sein Verständnis von der Marke Apple und ihrer Beziehung zu den Menschen. Es wurde ein Vermächtnis, nicht sein persönliches, sondern eines mit Blick auf das Unternehmen Apple. Diese Worte, die Jobs davor und danach gewiss auch intern wieder und wieder vorgetragen hat, werden Tim Cook und seinen Kollegen auch zur Vorbereitung ihres Auftritts zur Vorstellung der jüngsten Generation des iPhone am Dienstagabend dieser Woche in der Apple-Zentrale in Cupertino in den Ohren geklungen haben.

          Erinnern wir uns also an den 20. September 2005: Es ist ein abgedunkelter Raum, vorne stehen vier silberne Barhocker, Lounge-Musik wird gespielt - die Bühne im Pariser Kongresszentrum ist bereitet. Erwartet wird zum einen Jobs, zum anderen werden drei seiner engsten Mitarbeiter, unter ihnen Tim Cook und Marketingchef Phil Schiller, neben ihm Platz nehmen. Aber die Blicke werden an jenem Tag, anders als im Herbst 2011, wieder einmal allein auf Jobs gerichtet sein. Dabei redet Jobs gar nicht über geplante Produkte („das machen wir nie“) und auch nicht über die künftige Strategie seines Unternehmens („auf solche Einblicke wartet der Wettbewerb nur“). Jobs ist aber schon im Herbst 2005 davon überzeugt, dass seine Botschaft, sein unternehmerisches Erbgut, längst bis in die kleinsten Verästelungen seines Unternehmens vorgedrungen ist.

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