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Kommentar : Zahlt Apple wirklich zu wenig Steuern?

Apple zahlt nur 25 Millionen Euro Steuern in Deutschland. Das ist nicht viel. Aber das iPhone ist halt wirklich kein deutsches Produkt.

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          Apple zahlt nicht unbedingt wenig Steuern. Aber auf jeden Fall zahlt der Konzern nur wenig Steuern in Deutschland: 25 Millionen Euro Unternehmensteuern kamen im vergangenen Jahr beim deutschen Fiskus an, nur rund ein Tausendstel der weltweiten Steuerzahlung. Nur die Mehrwertsteuer kommt noch dazu, die Apple von den Verbrauchern einkassiert und an den Staat abführt.

          Warum zahlt Apple so wenig? Weil der Konzern sein Geld konsequent in Niedrigsteuerländer verschiebt? Oder weil das iPhone nun mal kein deutsches Produkt ist? Wahrscheinlich ist beides wahr. Internationale Konzerne können sich noch zu leicht um Steuern drücken. In einigen Ländern wird nicht gut genug kontrolliert. Die Finanzminister haben sich trotz monatelanger Verhandlungen noch nicht auf sinnvolle neue Steuerregeln geeinigt.

          Doch auch eine sinnvolle Einigung muss nicht bedeuten, dass Deutschland von Apples Steuern viel mehr sehen wird. Deutschland bekommt viel Geld von VW, Daimler und Co.: von den Unternehmen, die ihre Produkte hierzulande entwickeln und herstellen.

          Wenn die Deutschen ganz ehrlich zu sich selbst sind, müssen sie zugeben: Für den Erfolg des iPhone können sie wenig. Apple nutzt kaum deutsche Infrastruktur. Es wird nicht leicht, da hohe Steuern zu beanspruchen.

          Korrektur: Steuerberater weisen darauf hin, dass nicht alle Steuerzahlungen von Apple in den veröffentlichten Bilanzen direkt zu sehen sind. Wahrscheinlich zahlt Apple nicht 23, sondern 25 Millionen Euro Steuern.

          Patrick Bernau

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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