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Kommentar : Die Apple-Aktie meldet sich zurück

  • -Aktualisiert am

Ein früher iPhone-7-Käufer in Manhattan. Bild: AFP

Apples iPhone verkauft sich gut, Samsung hat Probleme. Die Untergangspropheten lagen falsch. Und Apple-Aktionäre haben gute Aussichten.

          Die vergangene Woche überraschte Anleger mit zwei Meldungen aus der Technologiebranche. Die erste Meldung betraf den Smartphone-Hersteller Samsung. Er musste einräumen, dass die Probleme mit seinem neuesten Handy - dem Galaxy Note 7 - noch viel größer sind als gedacht. Da der Akku des Smartphones leicht überhitzen und somit Feuer fangen kann, verbieten viele Fluggesellschaften ihren Passagieren derzeit, das Smartphone an Bord anzuschalten. Weltweit ruft Samsung wohl 2,5 Millionen Handys zurück. All das kam an der Börse gar nicht gut an: Die Aktie verlor zwischenzeitlich mehr als zehn Prozent.

          Es wurde kein Wertpapier gefunden!

          Die zweite Nachricht hatte Überraschendes von Apple zu vermelden, dem nach wie vor wertvollsten Unternehmen der Welt. Kurz vor dem Wochenende gab der Konzern bekannt, dass eines seiner neuen iPhone 7-Modelle (das „iPhone 7 Plus“) nur eine Woche nach seiner Vorstellung bereits ausverkauft sei. Eine Überraschung war dies deswegen, weil viele Fachleute von den Neuerungen des Gerätes (wasserdicht, keine Kopfhörerbuchse mehr) eher wenig begeistert waren. An der Börse aber war die Reaktion eine andere: Der Kurs der Apple-Aktie stieg auf knapp 115 Dollar, ein neues Jahreshoch.

          Apple

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          Was lässt sich daraus ableiten? Es ist in Mode, Apple wegen seiner Abhängigkeit vom iPhone den baldigen Untergang vorherzusagen. Selbst wer nicht so weit gehen will, sah lange Zeit Konkurrenten wie Samsung im Vorteil, weil die koreanische Firma nicht nur eigene Smartphones entwickelt, sondern auch andere Hersteller mit Bauteilen beliefert. Nach den Vorfällen der vergangenen Woche darf man aber bezweifeln, wie lange Samsung diesen Vorteil tatsächlich noch ausspielen kann.

          Es stimmt ja: Apple, das einstmals innovativste Unternehmen der Welt, liefert keine Wunderdinge mehr ab, revolutionäre neue Produkte hat der Konzern derzeit nicht im Angebot. Es ist darum an der Zeit, Apple nicht mehr zu verklären, sondern ganz normale Börsenkennziffern in den Blick zu nehmen. Die aber zeigen: Apple verfügt über hohe Bargeldbestände, würde auch ohne die umstrittenen Steuernachlässe in Irland beeindruckende Gewinne erzielen und zahlt Anlegern seit 2012 jedes Jahr eine steigende Dividende. Nicht ohne Grund hat darum auch Starinvestor Warren Buffett zuletzt Apple-Aktien gekauft. Es scheint nicht das Dümmste von der Welt zu sein, es ihm nachzutun.

          Dennis Kremer

          Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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