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Apple : Was ist bloß mit dem iPad los?

Auch die Kanzlerin hat längst ein iPad. Bild: dpa

Der Tabletcomputer verkauft sich nicht mehr so einfach. Das liegt an der großen Konkurrenz, seinem hohen Preis und nicht zuletzt an heiß erwarteten Nachfolgern. Autohersteller haben ähnliche Probleme.

          Das iPad war das letzte “revolutionäre” Gerät – wie man bei Apple gerne formuliert – , das der Elektronikkonzern auf den Markt gebracht hat. Das ist nun drei Jahre her. Ähnlich wie das iPhone weitere drei Jahre zuvor hat der in Kalifornien erdachte Tabletcomputer eine  Produktkategorie populär gemacht, und die Konkurrenz irgendwann in die Spur geschickt. Doch während dieser drei Jahre hat sich nicht viel getan: Die neueste Version des iPad sieht, abgesehen vom Modell Mini, noch immer weitgehend so aus wie die erste. Damit ist die Lage umrissen, warum das iPad derzeit so schwächelt.

          Thiemo Heeg

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Ja, mancher Wettbewerber wäre froh, würde er nur einen Bruchteil so viele Tablets verkaufen wie es Apple tut. Microsoft ist mutmaßlich schon zufrieden, wenn es mit seinem Surface-Modell niedrige einstellige Millionenabsätze erreicht. Aber für die Verhältnisse des Apple-Konzerns, der an der Börse noch vor kurzem noch der wertvollste der Welt war, sind 14,6 Millionen verkaufte Einheiten im Quartal eine Enttäuschung. Dazu kommt: Zum ersten Mal überhaupt musste Apple im Jahresvergleich ein Minus verbuchten; der iPad-Absatz verringerte sich um 14 Prozent. Im Vergleich zum Vorquartal belief sich das Minus sogar auf 25 Prozent.

          Was ist bloß mit dem iPad los? Ist die Revolution vorbei? Die Gründe für den Abschwung liegen sowohl bei den Wettbewerbern als auch beim Hersteller selbst. Das dritte Quartal, das im Juni endete, ist für Apple traditionellerweise ein schwaches Quartal. Zuletzt haben die Amerikaner nur eine neue Version ihrer Betriebssoftware iOS angekündigt. Die Präsentation neuer Hardware – und mutmaßlich die Vorstellung eines neues iPads – wird für den Herbst erwartet. Dieses Problem teilen sich Hersteller von Konsumelektronik mit den Produzenten von Autos: Taucht ein neues Modell am Horizont auf, verkauft sich das aktuelle nur noch schleppend.

          Alle gegen Apple

          Mit Blick auf den Markt gilt: Alle gegen Apple. Und da haben die Konkurrenten in den vergangenen drei Jahren, vor allem unter Führung von Samsung, nachgezogen. Das Google-Betriebssystem Android ist im Tablet- wie auch im Smartphone-Markt eine Macht geworden. Und die Preise für Tablets kennen nur eine Richtung: Nach unten. Gute Zehn-Zoll-Tablets, also die Liga, in der das iPad spielt, sind inzwischen für 300 Euro zu haben. Sieben-Zoll-Tablets wie Googles Nexus, kosten 200 Euro. Und Produzenten wie Acer rücken mit Modellen wie dem Iconia B1 mittlerweile sogar in die Preis-Größenordnung von 100 Euro heran.

          Im Vergleich dazu fährt Apple noch immer eine Hochpreisstrategie. Das Standard-iPad kostet nach der offiziellen Liste 499 Euro. Man kann für das Modell aber auch bis zu 929 Euro ausgeben. Lediglich mit dem Mini, das bereits für 329 Euro zu haben ist, hat der Konzern die Latte etwas tiefer gelegt.

          Je näher freilich eine Marktsättigung heranrückt, desto stärker sind Elektronikfirmen gezwungen, mit tieferen Preisen breitere Käuferschichten anzusprechen. Auch Apple muss sich diesen Regeln beugen: So soll demnächst ein „iPhone light“ auf den Markt kommen. Irgendwann könnten die Kalifornier auch im Tabletbereich gezwungen sein, den Absatz mit solchen Maßnahmen anzukurbeln.

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