https://www.faz.net/-gqm-8ge00

Gewinn sinkt : Apple schrumpft: Erstmals weniger iPhones verkauft

Apple verkaufte im ersten Quartal 2016 deutlich weniger iPhones Bild: AP

Apple hat im ersten Quartal die ohnehin geringeren Erwartungen unterboten. Zum ersten Mal überhaupt verkaufte der Konzern weniger iPhones als vor einem Jahr und auch andere Produkte machen Sorgen. Dennoch gibt es zumindest eine gute Nachricht es für die Aktionäre.

          2 Min.

          Für Apple sind die Zeiten immer neuer Rekorde zunächst einmal vorbei: Der amerikanische Elektronikkonzern meldete am Dienstag nach Börsenschluss zum ersten Mal seit 2003 schrumpfende Umsätze. Für das iPhone-Handy, sein mit Abstand wichtigstes Produkt, wies Apple zum ersten Mal seit der Einführung im Jahr 2007 rückläufige Verkaufszahlen aus. Es ist eine Zäsur für den erfolgsverwöhnten Konzern. Sie kommt zwar nicht ganz überraschend, da Apple die Finanzmärkte schon vor drei Monaten auf rückläufige Umsätze und schrumpfende iPhone-Absätze eingestellt hatte. Aber die Zahlen sind noch schlechter ausgefallen als erwartet. Der Aktienkurs von Apple verlor nachbörslich zeitweise 8 Prozent an Wert.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Insgesamt meldete Apple für das abgelaufene Quartal ein Umsatzminus von 13 Prozent auf 50,6 Milliarden Dollar. Der Nettogewinn fiel um 22 Prozent auf 10,5 Milliarden Dollar, das Ergebnis je Aktie von 1,90 Dollar war um 10 Cent niedriger als erwartet. Die Umsätze sind in fast allen Regionen der Welt gefallen, selbst auf dem chinesischen Markt, der bis vor kurzem noch ein Wachstumsmotor war. Auch in Europa sanken die Umsätze um 5 Prozent.

          Apple hat im vergangenen Quartal 51,2 Millionen iPhones verkauft und damit 16 Prozent weniger als im Vorjahr. Das iPhone steht für 65 Prozent des gesamten Konzernumsatzes von Apple und ist daher von enormer Bedeutung. Die Abschwächung hat damit zu tun, dass die aktuellen Modelle iPhone 6S und 6S Plus sich nicht allzu sehr von ihren Vorgängern unterscheiden. Apple versucht derzeit, dem Geschäft mit der neuen Modellreihe iPhone SE einen Schub zu geben. Diese Geräte, die einen kleineren Bildschirm haben und billiger sind als die das iPhone 6S, kamen aber erst nach Ende des Berichtsquartals heraus. Aber selbst von diesen Neuheiten scheint Apple keine Trendwende zu erwarten. Für das kommende Quartal sagt das Unternehmen einen Gesamtumsatz von 41 Milliarden bis 43 Milliarden Dollar voraus. Das wäre ein Minus zwischen 13 und 17 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert.

          Schwierigkeiten bei fast allen Produkten

          Die Schwierigkeiten von Apple beschränken sich indessen nicht auf das iPhone, denn auch der Tabletcomputer iPad und die Macintosh-Personalcomputer verkauften sich schlechter als im Vorjahr. Beim iPad fielen die Verkaufszahlen um 19 Prozent, bei den Macs um 12 Prozent. Diese Schwachstellen kann Apple nicht mit anderen Produkten wie der vor einem Jahr eingeführten Computeruhr Apple Watch ausgleichen. Apple weist keine separaten Zahlen für die Uhr aus, sondern bündelt sie mit anderen Produkten wie dem Fernsehempfänger Apple TV oder dem Musikspieler iPod. Der kombinierte Absatz dieser Produkte lag aber im vergangenen Quartal nur bei 2,2 Milliarden Dollar, also weniger als 5 Prozent des Konzernumsatzes.

          Aktionäre konnten sich immerhin mit einer guten Nachricht trösten, denn Apple kündigte eine Aufstockung seiner Dividende und seines Aktienrückkaufprogramms an. Die vierteljährliche Dividende soll von 52 auf 57 Cent steigen, und das Volumen der 2012 gestarteten Aktienrückkäufe soll von 140 Milliarden auf 175 Milliarden Dollar angehoben werden. Bis 2018 will Apple insgesamt 250 Milliarden Dollar für Dividenden und Aktienrückkäufe ausgegeben haben. Die bisherige Zielmarke lag bei 200 Milliarden Dollar.

          Weitere Themen

          Covid-19-Medikamente lassen auf sich warten

          Zu wenig Förderung? : Covid-19-Medikamente lassen auf sich warten

          Alle Hoffnungen ruhen auf den Impfstoffen – bei der Förderung für die Forschung an Covid-19-Medikamenten tue sich hingegen zu wenig, beklagen die Grünen. Die wenigen Mittel für ihre Entwicklung stünden in einem „krassen Missverhältnis“ zu den sonstigen Ausgaben in der Pandemie.

          Topmeldungen

          Bisher wurden in Deutschland vor allem Ältere geimpft.

          Corona-Schutzmaßnahmen : Alt gegen Jung in der Pandemie

          Der Staat schützt derzeit vor allem die Senioren. Das empfinden manche Jüngere als ungerecht. Zerbricht an Corona der Generationenvertrag?
          Präsident Biden spricht am Freitag mit einem Texaner beim Besuch einer Tafel in Houston.

          Texas in Not : Biden als Tröster der Nation

          Texas ringt mit den Folgen eines heftigen Wintereinbruchs. Bei seinem Besuch spielt Amerikas Präsident seine große Stärke aus. Die positiven Bilder kommen für Joe Biden zur rechten Zeit.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.