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Apple-Vorstellung : Es ist ein Lautsprecher!

Apples Marketingchef Phil Schiller und der neue Lautsprecher. Bild: AP

Apples intelligenter Lautsprecher wurde lang erwartet. Jetzt wird deutlich: Das Gerät soll gute Musik machen, die Intelligenz steht nicht im Mittelpunkt. Der Konzern will aber auch schlauer werden.

          Apple hat einen eigenen intelligenten Lautsprecher vorgestellt. Auf der Entwicklerkonferenz am Montagabend präsentierte Marketing-Chef Phil Schiller ein Gerät, mit dem Apple in Konkurrenz zu Amazon und Google treten möchte. Es soll „Home-Pod“ heißen. Wie die Geräte der Konkurrenz hört es auf Sprachkommandos, beantwortet einfache Wissensfragen und spielt Musik. Dabei legt Apple seinen Schwerpunkt offenbar auf den musikalischen Klang. Die Fähigkeiten des Konzerns in künstlicher Intelligenz gelten als relativ klein, verglichen mit den Konkurrenten.

          Jonas Jansen

          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

          Patrick Bernau

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          349 Dollar verlangt Apple für jeden Lautsprecher, das ist deutlich teurer als die Geräte der Konkurrenz. Die ersten „Home-Pods“ sollen im Dezember in den Vereinigten Staaten, Großbritannien und Australien auf den Markt kommen. Wann sie nach Deutschland kommen, ließ der Konzern offen. Bei Amazon und Google dauerte es nach dem Marktstart rund ein Jahr, bis die Lautsprecher in Deutschland verfügbar waren. Googles Gerät soll im Sommer in den deutschen Läden stehen.

          Auch in Sachen künstlicher Intelligenz hat Apple sein Angebot überarbeitet. In der neuen Version seines Handy- und Tablet-Betriebssystems „iOS“ soll der künstliche Assistent schlauer werden. „Siri“, wie der Assistent heißt, kann künftig vom Englischen in andere Sprachen übersetzen, unter anderem ins Chinesische und ins Deutsche. Insgesamt soll der Assistent die Vorlieben und Bedürfnisse seines Nutzers besser erkennen. Auf der Armbanduhr „Watch“ soll der Assistent aus Terminen, Fotos, E-Mails und anderen Dingen jeweils die Information anzeigen, die der Nutzer als nächstes braucht.

          Neues „iPad Pro“, neuer „iMac Pro“

          Mit der neuen Version von iOS zeigen Handys während der Autofahrt in einem besonderen Einstellungsmodus keine Nachrichten mehr an, um dem Fahrer Ablenkungen zu ersparen. Zudem greift Apple den Bezahldienst „Paypal“ an: Apples Bezahl-Dienst bekommt eine Funktion, mit der Nutzer einander direkt Geld schicken können. Der Bezahl-Dienst ist allerdings in Deutschland bisher noch nicht auf dem Markt.

          Zudem stellte Apple am Montagabend einige neue Versionen seiner Tablets und Computer vor. Das kleinste „iPad Pro“ bekommt künftig einen größeren Bildschirm; der Geräterand schrumpft. Zudem bringt der Konzen neue Versionen seiner „Macbook“-Laptops und seiner „iMacs“, die jeweils schnellere Prozessoren, mehr Speicher und bessere Grafik-Leistungen bekommen. Ein neuer „iMac Pro“ soll Profis ansprechen. Mit den neuen Computern versucht Apple auch, bei Entwicklern von “Augmented Reality“ (AR) wieder besser Fuß zu fassen. Neue Grafikchips und zusätzliche Software-Möglichkeiten sollen es Filmproduzenten und Grafikern erleichtern, virtuelle Welten zu bauen. Die „AR-Kit“ genannte Plattform hatte Apple zugekauft, und zwar in Form des Unternehmens „Metaio“, das im Volkswagen-Konzern entstanden war.

          Apple und Amazon arbeiten enger zusammen

          Gleichzeitig intensivieren Apple und Amazon ihre Zusammenarbeit. Apple-Vorstandschef Tim Cook kündigte an, dass Amazons Video-Angebot „Prime Video“ künftig auch mit der Fernseh-Box „Apple TV“ funktionieren soll. Amazon war einer der letzten großen Anbieter, der auf dieser Box fehlte. Zudem wurde deutlich, dass Apple und Amazon offenbar gemeinsame Sache machen, um die Chip-Sparte des kriselnden japanischen Elektronikkonzerns Toshiba zu übernehmen.

          Terry Gou, Vorstandschef des Apple-Zulieferers Foxconn, sagte der japanischen Tageszeitung „Nikkei“, die beiden Konzerne wollten sich seinem Gebot anschließen. Sie wollten „Geld beisteuern“.

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