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Apple Watch : Geschenkgutschein nicht zu gebrauchen

Geschützt unter einer Glasplatte: Die Apple Watch kann man nur im Internet kaufen. Bild: AP

Die Apple Watch gab es zu Weihnachten noch nicht zu kaufen. Wer stattdessen einen Gutschein bekommen hat, dürfte sich nun ärgern – denn für die Watch kann man ihn nicht einlösen.

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          Wenn ein Unternehmen in einem Oktober ein neues Produkt ankündigt, verfolgt es damit ein durchschaubares Ziel: Kunden, die ihre Weihnachtseinkäufe planen, sollen die Neuigkeit mit auf ihren Wunschzettel setzen. Das gilt besonders dann, wenn es das Produkt selbst zum Weihnachtsfest noch gar nicht geben wird – so wie zum Beispiel die Apple Watch.

          Dann kann man zwei Dinge tun: zum einen den Kauf einer neuen Smartwatch oder eines Fitnessarmbands von der Konkurrenz aufschieben. Zum anderen könnte und soll man auf die Idee kommen, seinen Lieben einen Geschenkgutschein von Apple zukommen zu lassen, um die Vorfreude auf das neue Produkt etwas handfester zu machen. So weit, so gewiss auch vielfach geschehen.

          Wenn man nun aber seit dem vorvergangenen Freitag eine Apple Watch vorbestellen will, gibt es nirgendwo die Möglichkeit, etwas mit einer solchen Guthabenkarte anzufangen, die im Zweifel einen Wert von mehreren hundert Euro hat. Im Internet ist es an keiner Stelle vorgesehen, dort eine solche Karte erfassen zu lassen.

          Aus Vorfreude wird Ärger

          Nun könnte man sagen, dass das kein Beinbruch sei, schließlich gelten die Karten, wie man beim Erwerb weiß, sowieso nur für die Einkäufe, die man in den „Apple Stores“, also den Filialen, tätigt. Nur gibt es die Uhr dort gar nicht zu kaufen. Man kann sie zwar unter Glas betrachten und nach einer vorherigen Terminvereinbarung an- und ausprobieren. Aber der tatsächliche Kauf ist nicht möglich, angeboten wird nur eine Hilfestellung bei der Online-Bestellung.

          Daran wird sich zur eigentlichen Markteinführung am kommenden Freitag nichts ändern. Denn zu diesem Zeitpunkt werden die Läden noch immer keine Uhren vorrätig haben. Nur die Kunden, die zu den ersten gehören, die sich die Uhr bestellt haben, können an diesem Tag damit rechnen, dass eine Lieferung ausgelöst wird.

          Das heißt, dass man auch in den Apple-Läden weiterhin darauf verwiesen werden wird, man möge sein Uhrenmodell im Internet ordern. Und das führt dazu, dass sich die Idee, lieben Menschen mit einer Guthabenkarte Vorfreude auf die Uhr zu wecken, ins Gegenteil verkehrt. Aus Vorfreude wird Ärger, selbst unter Apple-Fans.

          Apple Watch : Nur angucken, nicht mitnehmen

          Keine Watch mit der Guthabenkarte

          Bei Apple ist man über eine Nachfrage zu diesem Thema überrascht, einen offiziellen Kommentar oder gar einen Lösungsvorschlag gab es bisher nicht. Wer einen Apple Store besucht und sich erkundigt, wie es nun mit der Guthabenkarte weitergehen soll, bekommt nur die Bestätigung, dass es genauso ist: Keine Watch mit der Guthabenkarte.

          Und ja, es sei bedauerlich, dass man die Uhr selbst in der nahen Zukunft weiterhin nicht an Ort und Stelle verkaufen könne. Angela Ahrendts, die Einzelhandelschefin von Apple, will diese Verkaufsstrategie nach derzeitigen Plänen noch bis Ende Mai beibehalten. Ahrendts begründet dies mit der Nachfrage und dem begrenzten Angebot zum Verkaufsstart. Bislang sollen schon mehr als 2,3 Millionen Vorbestellungen für die Apple Watch eingegangen sein.

          „Ich weiß, dass es sich dabei um ein anderes Erlebnis für unsere Kunden handelt, und auch für euch hat sich viel verändert“, so Ahrendts in der Mitteilung an das Verkaufspersonal. „Werden wir ab jetzt jedes Produkt in dieser Art veröffentlichen? Nein. Wir alle lieben unsere Blockbuster-Veröffentlichungstage bei Apple, und es wird viele weitere geben. Es handelt sich dabei um jene Momente, an denen ihr glänzt. Und auch unsere Kunden lieben sie.“ Das ist wohl so; aber die Uhr sorgt nicht nur in diesem Punkt für ein anderes Verkaufserlebnis.

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