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App-Trend : Apple und Google sind hinter der Gesundheit her

Gesundheits-Apps messen jeden Schritt Bild: dpa

Sie zählen unsere Schritte, messen unseren Puls und kontrollieren unseren Schlaf: Der Markt für Gesundheits-Apps boomt. Jetzt wollen auch Apple und Google mitmischen.

          2 Min.

          Lassen Sie beim Joggen auch ihr Smartphone messen, welche Strecke Sie zurückgelegt haben? Protokolliert eine App Ihren Kalorienverbrauch? Oder überwacht gar Ihren Schlaf? Dann liegen Sie voll im Trend. Denn der Markt für Gesundheits-Apps boomt – und zwar so sehr, dass jetzt auch Apple, Google und Samsung darin mitmischen wollen.

          Britta Beeger
          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Ein Blick auf die Seite 148apps.biz macht die Dimensionen deutlich: 1.145.218 Apps stehen demnach allein im Apple-Store derzeit zum Download bereit. Davon stammen mehr als 31.000 aus dem Bereich „Gesundheit und Fitness“, weitere mehr als 32.000 aus dem Bereich Sport, und mehr als 24.000 haben mit Medizin zu tun. Die Apps zählen Schritte, sie messen den Kalorienverbrauch, Puls und Blutzuckerspiegel, speichern unser Gewicht und sagen uns sogar, wie gut wir schlafen. Wer sie nutzt, kann genau kontrollieren, ob er die selbstgesteckten Ziele erreicht – ob es nun ums Abnehmen geht, um neue sportliche Bestleistungen oder darum, einfach gesünder zu leben.

          Der Erfolg der Gesundheits-Apps ist mit einem zweiten Trend verknüpft: den sogenannten „Wearables“, also am Körper tragbaren elektronischen Geräten wie Computeruhren oder Google Glss. Denn einige der Apps funktionieren zwar selbstständig, etwa die populäre Anwendung Runtastic. Sie zeichnet via GPS-Signal die zurückgelegte Strecke und die Geschwindigkeit beim Joggen, Rad- oder Skifahren auf. Andere lassen sich mit Fitnessarmbändern wie Jawbone synchronisieren: My Fitness Pal etwa misst so, wie viel man sich an einem Tag bewegt hat und errechnet daraus den täglichen Kalorienbedarf. Auch die Überwachung der Schlafqualität etwa durch Fitbit funktioniert auf diese Weise.

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          Auf der Entwicklerkonferenz WWDC hat Apple nun kürzlich eine Plattform namens „Health Kit“ angekündigt. Über diese Plattform sollen all die Daten, die die Apps und Fitnessarmbänder sammeln, an eine separate Anwendung von Apple gesendet werden: „Health“. Dort können Nutzer dann ihre Daten speichern, inklusive einer Patientenakte mit wichtigen Hinweisen etwa zu Allergien oder erblichen Vorbelastungen. „Health“ wird von Experten auch als Baustein für eine von Apple erwartete Computeruhr gesehen. Noch in diesem Jahr könnte die iWatch kommen. Sie soll über Sensoren verfügen, die medizinische Daten wie Blutzuckerspiegel und den Kalorienverbrauch messen. Ein weiterer Schritt also, um noch mehr Daten zu sammeln.

          Wie das Magazin „Forbes“ (englisch) in dieser Woche berichtete, könnte Google auf seiner Entwicklerkonferenz I/O in der kommenden Woche ein ähnliches Projekt präsentieren, das demnach „Google Fit“ heißen soll. Ob „Google Fit“ als eigene App angeboten oder in die nächste Android-Version eingebunden wird, ist laut „Forbes“ noch nicht klar. Das Angebot soll aber ähnlich funktionieren wie Apples „Health Kit“: Es soll Daten aus anderen Anwendungen sammeln und miteinander verknüpfen. Auch ein dritter großer Player in der Elektronikindustrie, der südkoreanische Konzern Samsung, stellte vor wenigen Wochen eine ähnliche Plattform namens „Sami“ vor. Microsoft soll ebenfalls an einer Computeruhr arbeiten, die die Herzfrequenz misst.

          Ganz unproblematisch ist die Entwicklung solcher Plattformen freilich nicht, schließlich sammeln sie hochsensible medizinische Daten, die von Dritten abgerufen werden können (und sollen), damit diese weitere Angebote aus der Welt der Gesundheits-Apps entwickeln. So gibt es Sorgen, dass die Daten nicht nur dem technischen Fortschritt dienen oder zu Forschungszwecken genutzt werden, sondern dass auch Versicherungen sie nutzen könnten, um Menschen, die wenig Sport machen oder erblich vorbelastet sind, höhere Beiträge aufzuerlegen. Aufhalten konnte das den Vormarsch der Gesundheits-Anwendungen bislang jedoch nicht.

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