https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/netzwirtschaft/apple-droht-milliarden-forderung-eu-prueft-irische-steuerregeln-13179437.html

Irische Steuerregeln : Apple droht Milliarden-Forderung in Europa

  • Aktualisiert am

Jeder will ein Stück vom Apfel Bild: dpa

Der amerikanische Internet-Konzern könnte in Europa Milliarden zurückzahlen müssen. Die EU-Kommission stuft wohl irische Steuerregelungen als illegale Staatshilfen ein.

          1 Min.

          Die EU-Kommission stuft das Steuersparmodell des amerikanischen Technologiekonzerns Apple in Irland offenbar als illegale Staatshilfe ein. Das sei das Ergebnis eines im Juni eingeleiteten Wettbewerbsverfahrens, berichtete die „Financial Times“ und beruft sich auf der Sache vertraute Personen. Brüssel werde voraussichtlich noch im Laufe des Tages den entsprechenden Bericht vorlegen.

          Irland lockt seit Jahren mit niedrigen Unternehmenssteuern von 12,5 Prozent. Viele Großkonzerne haben deshalb dort ihren Europa-Sitz
          registriert. Apple soll gar weniger als zwei Prozent an Steuern bezahlt haben. Mehr als zwei Jahrzehnte lang habe der Konzern von Niedrigsteuern in Irland profitiert, berichtete die „Financial Times“. Irland und Apple weisen Vorwürfe zurück, wonach dem
          iPhone-Hersteller besondere Konditionen gewährt worden seien.

          In Irland haben auch der amerikanische Versandhändler Amazon, das soziale Online-Netzwerk Facebook, der Bezahldienst Paypal und der
          Kurznachrichten-Dienst Twitter ihre Europa-Zentrale. Apples Europa-Sitz befindet sich im südwestirischen Cork. Dort arbeiten dem
          Unternehmen zufolge 4000 Angestellte.

          Die EU hatte im Juni förmliche Wettbewerbsverfahren wegen der Besteuerung multinationaler Konzerne gegen Irland und die Niederlande eingeleitet. In den Niederlanden sitzt die Kaffeehauskette Starbucks. Der Verdacht lautete: In verschiedenen EU-Ländern ansässige Tochterfirmen stellen sich gegenseitig Rechnungen und lassen dadurch steuerpflichtige Erträge gerade dort anfallen, wo die Steuern besonders niedrig sind.

          Die Untersuchung der EU zielte nicht auf die niedrigen Steuern an sich. Sie sollte vielmehr prüfen, ob jene Firmen vom Fiskus besonders begünstigt wurden.

          Weitere Themen

          Warum das Gas jetzt noch teurer wird Video-Seite öffnen

          Gasumlage : Warum das Gas jetzt noch teurer wird

          Ab Oktober können Gasimporteure ihre gestiegenen Kosten über die Gasumlage an Verbraucher sowie Unternehmen größtenteils weitergeben. Auf sie kommen hohe Kosten zu. Aber wie funktioniert die Umlage überhaupt?

          Topmeldungen

          Stetige Gefahr: Bewohner auf der anderen Seite des Dnipro berichten von wiederholtem Beschuss vom Gelände des Atomkraftwerks Saporischschja.

          Atomkraftwerk Saporischschja : Die Angst vor einem neuen Fukushima

          Im von den Russen besetzten Atomkraftwerk Saporischschja gibt es von Tag zu Tag weniger Fachleute. Die geflüchteten Ingenieure machen sich Sorgen, was passiert, wenn der Strom einmal länger ausfällt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.