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Rasantes Wachstum einer Branche : Das geht App!

Die App-Branche boomt Bild: dpa

Von den Wachstumsraten der App-Industrie können andere Branchen nur träumen. Doch nicht jeder Entwickler kann von den kleinen Programmen leben.

          Von solchen Wachstumsraten können andere Branchen nur träumen: Um 12 Prozent ist in der Europäischen Union im vergangenen Jahr das Geschäft mit Apps gewachsen – den kleinen Zusatzprogrammen, die sich Smartphonenutzer oder Tabletcomputerbesitzer auf ihre Geräte laden können. Umgerechnet 12,4 Milliarden Euro setzen App-Entwickler in Europa inzwischen mit ihren Programmen und Dienstleistungen um. Vor zwei Jahren waren es noch 10 Milliarden Euro.

          Nach den neuen Zahlen des Marktforschungsinstituts Vision Mobile wachsen aber nicht nur die Erlöse innerhalb der App-Industrie. Inzwischen sind die Programme auch ein Faktor auf dem Arbeitsmarkt. Rund eine Million Arbeitsplätze hängen derzeit in Europa an der Entwicklung der Anwendungen. Ein gutes Drittel davon sind indirekte Stellen – neu geschaffen in Branchen und Unternehmen, die Apps nutzen, um ihre angestammten Produkte oder Dienstleistungen über neue Kanäle zu vertreiben. Beispiele hierfür sind der Gesundheits- oder der Bildungssektor. Zwei Drittel oder 670000 Menschen tragen dagegen direkt zu den Anwendungen bei, sei es als Programmierer, Entwickler oder in kaufmännischer Position, um die Programme zu vermarkten. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Beschäftigtenzahl damit um 26 Prozent gestiegen.

          Allerdings ist die Arbeit längst nicht für jeden App-Arbeiter auskömmlich. Rund um die Welt setzt gut ein Drittel der Entwickler, die im Auftrag von Unternehmen Anwendungen erstellen, damit weniger als 375 Euro im Monat um. Noch schlechter geht es Programmierern, die sich auf Anwendungen für Privatnutzer spezialisiert haben. Hier liegt jeder Zweite unter der 375-Euro-Schwelle, die die Marktforscher als Armutsgrenze definiert haben. Immerhin erreicht in diesem Segment rund ein Viertel der Anbieter monatliche Umsätze von 7500 Euro und mehr. Unter den Entwicklern, die sich für Auftragsarbeit für Unternehmen entschlossen haben, liegt dieser Anteil gar bei 40 Prozent.

          Im globalen Vergleich hat die App-Industrie den Marktforschern zufolge in Europa indes zuletzt an Schwung verloren. Während europäische Entwickler und Unternehmen noch vor zwei Jahren einen Anteil von 24 Prozent am Weltmarkt erwirtschafteten, ist dieser im laufenden Jahr auf 19 Prozent geschrumpft. Den Grund sehen die Analysten in der wachsenden Bedeutung von Schwellenländermärkten. Während in Europa die Sättigung mit Smartphones und den dazugehörigen Programmen langsam erreicht sei, werde die Nutzung der Geräte zum Beispiel in Asien sprunghaft wachsen. Im Laufe dieses Jahres gehen allein in Indien und China 400 Millionen neue Smartphones in Betrieb.

          Das spiegelt auch die Entwicklung der App-Industrie außerhalb Europas: Während hier vor zwei Jahren noch umgerechnet 30 Milliarden Euro mit den Zusatzprogrammen erlöst wurden, sollen es in diesem Jahr mehr als 52 Milliarden Euro sein – ein jährliches Wachstum von rund 35 Prozent. Die Konsequenz für die Marktforscher ist daher klar: Während europäische App-Entwickler für westliche Märkte gut gerüstet seien, sollten sie ihre Fühler auch nach Indien oder China ausstrecken.

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