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Online-Handel : Amazon schockt Anleger mit hohem Verlust

  • Aktualisiert am

Zu wenig drin im Amazon-Einkaufswagen Bild: AFP

Die Investoren sind die roten Zahlen des weltgrößten Online-Händlers längst gewohnt: Diesmal schneidet Amazon allerdings besonders schlecht ab. Und setzt noch eine kuriose Prognose obendrauf. Das kommt schlecht an.

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          Der weltgrößte Online-Händler Amazon steckt mit seinen hohen Ausgaben tief in den roten Zahlen fest. Im vergangenen Quartal machte er 437 Millionen Dollar (345 Millionen Euro) Verlust. Mehr noch, für das laufende Vierteljahr mit dem wichtigen Weihnachtsgeschäft konnte Amazon überhaupt keine klare Prognose geben: Die Vorhersage des  operativen Ergebnisses liegt zwischen einem Minus von 570 Millionen Dollar und einem Gewinn von 430 Millionen Dollar. Die Investoren straften die Aktie im nachbörslichen Handel am Donnerstag mit einem Kurseinbruch von mehr als zehn Prozent ab.

          Der Verlust im dritten Quartal fiel deutlich höher aus als am Markt erwartet. Dazu trug auch eine Abschreibung von 170 Millionen Dollar auf das erst im Sommer herausgekommene erste Amazon-Handy Fire Phone bei. Das groß angekündigte Smartphone wurde bisher nicht zum Verkaufsschlager und bekam auch schlechte Kritiken in der Fachpresse. Amazon senkte nach wenigen Wochen auf dem Markt den Preis. Im entsprechenden Vorjahresquartal war der Verlust mit 41 Millionen Dollar deutlich niedriger ausgefallen.

          Neue Produkte, härterer Wettbewerb

          Die Anleger sind von Amazon zwar rote Zahlen oder nur dünne Gewinn gewöhnt - der Online-Händler investiert aggressiv, um seine Marktposition zu verteidigen und auszubauen. Damit tanzt Amazon jedoch auf immer mehr Hochzeiten, und die Kosten schießen entsprechend in die Höhe. Im vergangenen Quartal stiegen die Ausgaben unter anderem für die Lager-Standorte sowie Technologie und Inhalte wie Serien und Kinofilme in Amazons Videostreaming-Dienst deutlich.

          In den vergangenen Jahren kaufte die Börse Amazon-Chef Jeff Bezos seine „Wachstums-Story“ ab und belohnte dessen Investitionsbereitschaft mit kräftigen Kurssteigerungen. Doch langsam scheinen die Anleger die Geduld zu verlieren.

          Bezos hat sich voll und ganz der Kundschaft verschrieben und nimmt viel Geld in die Hand, um „das Konsumentenerlebnis einfacher und stressfreier denn je“ zu machen. Das kurbelt den Umsatz an. Von Juli bis September stiegen die Erlöse im Jahresvergleich um ein Fünftel auf 20,6 Milliarden Dollar.

          Amazon brachte zuletzt neben dem Fire Phone auch die TV-Box Fire TV in Deutschland auf den Markt und erneuerte die Produktfamilien seiner Tablet-Computer sowie E-Book-Lesegeräte. Im Geschäft mit Cloud-Diensten wird der Wettbewerb mit Rivalen wie Google und Microsoft schärfer. Im vergangenen Quartal kaufte Amazon zudem für knapp eine Milliarde Dollar die Video-Website Twitch, auf der Gamer Live-Mitschnitte vom Spielverlauf veröffentlichen können.

          Amazon-Finanzchef Tom Szkutak kündigte in der Telefonkonferenz nach Vorstellung der Zahlen aber an, dass Amazon grundsätzlich an den hohen Investitionen festhalten werde. Der Konzern wisse aber, dass er mit Vorsicht überlegen müsse, in welche Geschäfte man das Geld stecke.

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