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Alltag : Und schwupps das Smartphone in der Hand

Bloß nichts verpassen. Bild: AFP

Wie lange halten es Männer und Frauen in einem Warteraum aus, bevor sie ihr Smartphone zücken? Ein Experiment zeigt den kleinen Unterschied.

          Wie abhängig sind wir von unseren Smartphones? Das wollten Forscher der Universitäten Würzburg und Nottingham wissen. Dazu luden sie deutsche und englische Probanden zu einem Test ein. Die insgesamt 95 Damen und Herren im Alter zwischen 19 und 56 Jahren wurden gebeten, jeweils alleine in einem Warteraum Platz zu nehmen. Das Ziel des Experiments wurde ihnen nicht mitgeteilt. Es war simpel: Die Psychologen wollten herausfinden, wann die Leute während einer zehnminütigen Wartezeit zum ersten Mal ihr Smartphone aus der Tasche holen und wie lange sie es bedienen.

          Thiemo Heeg

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Das überraschende Ergebnis: Meist dauerte es deutlich weniger als eine Minute, bis die Teilnehmer ihr Handy zückten. Besonders wenig Geduld zeigten dabei die männlichen Testpersonen: Im Schnitt hielten sie ihr Gerät schon nach 21 Sekunden in der Hand. Bei den Frauen dauerte es durchschnittlich 57 Sekunden. Insgesamt nutzten knapp drei Viertel aller Teilnehmer ihr Gerät im Test – und dies während der zehn Minuten dauernden Untersuchung jeweils knapp fünf Minuten lang.

          Wie der Sicherheitsdienstleister Kaspersky mitteilte, in dessen Auftrag die Untersuchung durchgeführt wurde, waren sich viele Probanden der Kürze der Zeit bis zur ersten Smartphone-Nutzung nicht bewusst. Sie sollten im Anschluss selbst einschätzen, wann sie erstmals das Handy nutzten. Die meisten gingen von zwei bis drei Minuten aus.

          „Das Experiment belegt, dass uns viel mehr an diesen Geräten liegt als wir glauben“, sagt Jens Binder von der Nottingham-Trent-Universität (NTU). „Wer heute alleine warten muss, greift ganz automatisch zum Smartphone.“ Warum, auch das glauben die Psychologen zu wissen. Es handele sich um „fear of missing out“, kurz „Fomo“: „Je mehr die Probanden ihr Smartphone nutzen, desto stärker verspüren sie Angst, etwas zu verpassen, wenn sie nicht online sind“, sagt Astrid Carolus von der Uni Würzburg.

          Und diese Angst fördert das Geschäft von Anbietern wie Kaspersky. Gegen Datenverluste – zum Beispiel durch Cyberkriminelle, die es auf die internetfähigen Handys abgesehen haben – hat das Unternehmen natürlich eine schöne Software im Angebot.

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