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Adress-Endung .berlin : Sechs Buchstaben für bessere Erreichbarkeit

Galerieslafayette.berlin Bild: F1online

Internetadressen mit der Endung .berlin sind jetzt frei registrierbar. Berlin ist damit die erste Hauptstadt der Welt, die ein eigenes und für alle Interessenten zugängliches Adresskürzel anbietet.

          3 Min.

          Was hat Berlin, was London und New York nicht haben? Die Antworten auf diese Frage waren bisher schon vielfältig, jetzt kommt eine weitere hinzu: eine eigene Adressendung im Internet. Von diesem Dienstag an sind Netzanschriften mit der Endung .berlin frei registrierbar und werden auch schrittweise im Internet aufsuchbar sein. Berlin ist damit die erste Hauptstadt der Welt, die ein eigenes und für alle Interessenten zugängliches Adresskürzel anbietet.

          Hintergrund ist das Wachstum des Internetverkehrs rund um die Welt. Die amerikanische Internetverwaltungsorganisation Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (Icann) hat schon seit Mitte des vergangenen Jahrzehnts überlegt, den Adressraum im Netz zu erweitern. Der Grund dafür ist, dass es langsam eng wird: Immer mehr Internetseiten gehen online, und in der gleichen Geschwindigkeit sinkt die Zahl der sinnvollen freien Adressen.

          Die Dotberlin GmbH

          Deshalb entschied die Icann im Juni 2011, den bisher existierenden, „Top Level Domains“ (TLD) genannten Adressendungen neue hinzuzufügen. Neben Länderkürzeln wie .de für Deutschland und .ja für Japan sowie „generischen“ TLD der ersten Generation wie .biz oder .info stehen nun weitere TLD vor der Einführung. Bis zu 1400 neue generische Kürzel sollen in den nächsten Monaten und Jahren im Netz erreichbar sein, darunter auch Unternehmensnamen wie .bmw und .volkswagen. Bisher hat die Icann schon 173 Kürzel genehmigt, zum Beispiel Gattungsbegriffe wie .camera oder .clothing. Auch Endungen mit kyrillischen oder chinesischen Schriftzeichen sind auf den Weg gebracht – und eben geographische Angaben wie .berlin.

          Betrieben wird die neue Hauptstadt-Domain von der Dotberlin GmbH & Co. KG, an der örtliche Internetprovider, Handwerksinnungen und Hotels als Kommanditisten beteiligt sind. Für die heimische Wirtschaft sieht Dotberlin-Geschäftsführer Dirk Krischenowski denn auch den größten Vorteil des neuen Kürzels. In Berlin ansässige Unternehmen seien so besser im Internet auffindbar. Relativ langatmige Internetanschriften wie „malermeister-mueller-berlin.de“ lassen sich so zum Beispiel auf „malermeister-mueller.berlin“ verkürzen. Das sei einfacher zu kommunizieren und leichter zu merken, sagt Krischenowski. Auch für Neugründungen sieht er Vorteile. „Wer heute ein neues Unternehmen gründet und einen Namen sucht, der informiert sich auch, ob es dafür noch die passende Internetadresse gibt.“ Gebe es sie nicht, werde der Name wieder verworfen und am Ende einer gewählt, der nicht mehr viel mit der Ursprungsidee zu tun habe. Und das alles, weil Adressen mit Kürzeln wie .de schon belegt seien. Das könnte .berlin nun ändern, glaubt Krischenowski.

          „Markenzeichen für unsere Stadt“

          Für die Vergabe der Adressen mit Hauptstadtbezug hat die Dotberlin GmbH ein paar Voraussetzungen festgelegt. Die künftigen Inhaber einer Adresse müssen entweder selbst in Berlin leben oder mit einem administrativen Ansprechpartner oder technischem Kontakt als Registrar in der Hauptstadt vertreten sein. „Wenn schon jemand fernab von Berlin eine Adresse registriert, dann soll zumindest das Geld für die Registrierung hierhin fließen“, begründet Krischenowski diese Regel. Auch auf diese Weise soll die Stadt von den neuen Adressen profitieren. Je nachdem, über welchen in Berlin gemeldeten Registrar jemand sich eine neue Adresse sichert, kosten die Inhaberrechte zwischen 30 und 70 Euro im Jahr.

          Bislang haben sich nach Angaben von Dotberlin vor allem Internetunternehmen wie Google, Yahoo und Microsoft Adressen mit dem neuen Kürzel gesichert. Aber auch Berliner Institutionen wie das Hotel Adlon und das Edelkaufhaus Galeries Lafayette werden bald unter .berlin-Adressen erreichbar sein.

          Das ist ganz im Sinne des regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit (SPD). Die neue Adressendung biete „die Möglichkeit, Berlin als Standort der unternehmerischen Aktivitäten auch digital herauszustellen“, lässt er sich zitieren. „Die Berlin-Adressen können zu einem Markenzeichen für unsere Stadt und damit auch für die hier ansässigen Handelsunternehmen und Kaufleute werden“, sagt Nils Busch-Petersen, der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Berlin-Brandenburg. Und der Hauptgeschäftsführer des deutschen IT-Branchenverbandes Bitkom, Bernhard Rohleder, prophezeit: „Gerade kleine und mittelständische Firmen können von den neuen Adressen profitieren.“

          Aber nicht nur die. Auch Privatpersonen können nun ihrem Bezug zu Berlin im Netz Ausdruck verleihen. Rund 10.000 bis 15.000 neue Registrierungen erwartet Dotberlin-Geschäftsführer Krischenowski allein am heutigen Dienstag. Eine davon wird von ihm selbst kommen. Er ist bald unter der Adresse krischenowski.berlin erreichbar.

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