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Adobe, Spotify & Co. : Lieber mieten als kaufen

  • Aktualisiert am

Software mieten aus der Cloud - dafür entscheiden sich immer mehr Nutzer. Bild: dpa

Adobe bestätigt mit seinem Photoshop den Trend zum Software-Abo: Immer mehr Nutzer zahlen eine monatliche Gebühr, um Programme zu mieten.

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          Der Softwarekonzern Adobe zeigt exemplarisch, wie Kunden von Käufern zu Abonnenten werden. Auf der deutschen Internetseite preist er groß seine „Creative Cloud“ an - wer rund 37 Euro im Monat zahlt, kann ein Software-Paket abonnieren, das rund um die Anwendungen Photoshop und Illustrator ermöglicht, Bilder zu bearbeiten.

          Schüler und Studenten, auch darauf weist der Konzern an prominenter Stelle hin, bekommen darauf 65 Prozent Rabatt. Adobe, das zeigt sich schnell, will seine Programme nicht mehr einmalig (und für eine beträchtliche Summe) verkaufen, sondern Abonnenten haben, die regelmäßig einen kleineren Betrag zahlen, und dafür die Software mieten für mobile und stationäre Geräte und inklusive regelmäßiger Neuerungen. Die neueste Version Photoshop CC gibt es überhaupt nur noch im Abo.

          10 Millionen zahlen für Spotify

          Und das Angebot wird angenommen. In den zurückliegenden drei Monaten bekam der Konzern rund 664.000 neue Abonnenten für seine Online-Dienste dazu, hat er zusammen mit den aktuellen Geschäftszahlen gerade wissen lassen. Insgesamt hat er nun rund 3,45 Millionen „Cloud-Kunden“. Als Adobe damit begann, seine Geschäftsmodell zu ändern vom Software-Verkauf zur Vermietung brach der Umsatz zunächst ein - nun hat er sich schrittweise erholt.

          Wenn es darum geht, Software erfolgreich zu vermieten, ist Adobe allerdings längst keine Ausnahme mehr. Das zeigt die Zahl der Apps, die monatlich Geld kosten. Oder auch der von hunderten Millionen Nutzern verwendete Nachrichtendienst Whatsapp, der seine Software ab dem zweiten Jahr für die (allerdings sehr geringe) Summe von 0,89 Euro vermietet.

          Der schwedische Musikabonnementdienst Spotify schließlich hat unter seinen mehr als 50 Millionen Kunden mittlerweile immerhin mehr als 10 Millionen, die den Dienst abonnieren und dafür Musik ohne Werbeunterbrechung hören können - im März des vergangenen Jahres 2013 waren es nur 4 Millionen gewesen. In Deutschland verlangt das Unternehmen 10 Euro im Monat und bietet Zugang zu 20 Millionen Musiktiteln - auch hier ist es so, dass die Titel nicht den Kunden gehören. Wer also sein Abo kündigt, kann auch die Lieder nicht mehr hören, die er während seines Abonnements gehört hat.

          Zur Software-Mietbereitschaft passt, dass viele Internetnutzer künftig ohnehin ohne Festplatte oder USB-Stick auskommen wollen, wie der deutsche Branchenverband Bitkom in einer repräsentativen Umfrage im August herausfand. Mehr als ein Drittel aller Deutschen, die 14 Jahre alt oder älter sind, äußerten, Daten in Zukunft nur noch online speichern zu wollen. 7 Prozent der Nutzer speichern schon jetzt ihre Dateien ausschließlich im Netz.

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