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Webtechnik : Tschüs, Flash!

Bild: Adobe

Die Flash-Technik hat das Internet bunt gemacht. Sie hat dem Web die Videos beschert. Jetzt stirbt Flash einen langsamen Tod.

          1 Min.

          Es war das Jahr 1997. Wer sich ins Internet einwählte, hörte erst einmal ein Rauschen aus dem Modem. Die Datenleitungen ähnelten eher Feldwegen als Autobahnen, und die Webseiten waren grau: schwarze Schrift auf grauem Hintergrund, gelegentlich ein Briefmarken-Bild dazwischen.

          Patrick Bernau
          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Doch dann kam Flash, eine Technik wie ein Blitz: plötzlich kamen Farbe und Bewegung auf die Bildschirme, sogar kleine Spiele funktionierten: ein kleines Pacman, sogar manche Super-Mario-Kopie. Und das Internet war ein bisschen weniger grau. So begann der Aufstieg der Animationstechnik Flash – und der Reichtum seiner Erfinder. 3,5 Milliarden Euro ließ sich der Grafiksoftware-Konzern Adobe die Technik und das ganze Entwicklerunternehmen kosten.

          Im richtigen Moment. Denn 2005 war das Jahr des Aufstiegs von Youtube: Plötzlich guckten alle Videos. Und die liefen, richtig, in Flash.

          Das iPhone brachte die Trendwende

          Zehn Jahre ist das her. Es war der Höhepunkt. Als Apple wenig später sein iPhone vorstellte, gab es darauf schlicht kein Flash. Damit begann der Abstieg.

          Viele Webentwickler mochten Flash sowieso nie richtig leiden: immer im Eigentum einer einzigen Firma, ohne allgemeine Standards. Apple-Chef Steve Jobs haute weiter auf Flash ein: Die Animationen seien ein Stromfresser, die Software fehleranfällig und unsicher.

          Tatsächlich traten in den nächsten Jahren immer häufiger Sicherheitslücken auf. Im Februar warf auch Youtube die Technik komplett von seinen Seiten. Es war kein Problem: Mit HTML5 hatte sich inzwischen eine Nachfolgetechnik gefunden, die auch noch – ganz nach dem Geschmack von Webentwicklern – konzernübergreifend standardisiert war. Immer mehr Smartphones und Tablet-Computer waren ohne Flash unterwegs.

          Wo in den vergangenen Monaten noch Flash lief, da sahen viele Nutzer deshalb nur noch einen leeren Kasten. Plötzlich war Flash nicht mehr das Symbol für das bunte, bewegte Internet. Sondern für eine schwarze Fläche, die nicht funktioniert.

          Jetzt verabschiedet sich der Anbieter Adobe vom Namen Flash und empfiehlt den Umstieg auf die Alternativtechnik. „Flash“ ist praktisch tot. Doch wer das alte Internet noch kennt, der weiß, was diese Technik für das Web bedeutet hat. Tschüs, Flash.

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