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Ab Mitte Juni : Ende der Roaminggebühren besiegelt

  • Aktualisiert am

Seit 2007 sind die erlaubten Aufschläge für Telefonie, SMS-Versand und Datennutzung im EU-Ausland bereits um 90 Prozent gefallen. Bild: dpa

Wer einen Urlaub im EU-Ausland plant, kann sich freuen: Handy-Telefonate, SMS-Versand und das Surfen im Internet kosten bald nicht mehr als zuhause. Die entsprechende Regelung hat die letzte wichtige Hürde genommen.

          Reisende können ab Mitte Juni ohne Zusatzkosten im EU-Ausland mobil telefonieren und im Internet surfen. Vertreter des Europaparlaments und der Mitgliedsstaaten räumten am frühen Mittwochmorgen in Brüssel die letzte wichtige Hürde dafür aus dem Weg: Sie verständigten sich auf die noch festzulegenden Roaming-Großhandelspreise. Beide Seiten müssen die Einigung noch offiziell billigen. „Das war das letzte Puzzleteil“, erklärte der zuständige Vizepräsident der EU-Kommission, Andrus Ansip. „Ab dem 15. Juni können die Europäer in der EU ohne Roaminggebühren reisen.“

          Die europäischen Telekom-Unternehmen können sich für die Auslandsnutzung ihrer Kunden gegenseitig Kosten in Rechnung stellen. Dafür etabliert die EU nun Obergrenzen von 3,2 Cent pro Minute für Anrufe und 1 Cent für SMS. Für Datenvolumen sinken die Obergrenzen schrittweise von zunächst 7,70 Euro pro Gigabyte ab dem 15. Juni auf schließlich 2,50 Euro pro Gigabyte ab dem 1. Januar 2022. Diese Kostendeckel liegen nach maltesischen Angaben um etwa 90 Prozent unter den aktuellen Begrenzungen.

          „Die vereinbarten Obergrenzen sorgen dafür, dass die Anbieter überall in Europa ihre Kosten abdecken können, sind aber niedrig genug, um den Wettbewerb auf den europäischen Telekom-Märkten zu sichern“, sagte die finnische Europaabgeordnete Miapetra Kumpula-Natri, die das Thema im Europaparlament federführend betreute.

          Kritik von der Telekom

          Die EU-Kommission hatte im Herbst ursprüngliche Pläne aufgegeben, die Roaming-Freiheit für Verbraucher auf 90 Tage pro Jahr zu beschränken. Stattdessen sollen Anbieter einen Missbrauch wie etwa das dauerhafte Telefonieren mit billigen ausländischen Sim-Karten unterbinden können. Die europäische Regulierungsstelle Berec fand die Regelung dazu allerdings schwammig und warnte, die Telekom-Firmen könnten als Reaktion auf die Roaming-Abschaffung die Inlands-Tarife anheben.

          Die Aufhebung der Gebühren ist das Ende eines zehnjährigen Prozesses. Seit 2007 sind die erlaubten Aufschläge für Telefonie, SMS-Versand und Datennutzung im EU-Ausland bereits um 90 Prozent gefallen. Zuletzt wurden die Gebühren im April auf fünf Cent pro Anrufminute, zwei Cent pro SMS und fünf Cent pro Megabyte Datenvolumen zusätzlich zu den nationalen Gebühren des eigenen Anbieters gedeckelt.

          Die Deutsche Telekom kritisierte, dass die nun vereinbarte Absenkung weder erforderlich noch verhältnismäßig sei. Zwischen den Roaming-Partnern seien bereits je nach Abnahmemenge Preise für die Firmen unterhalb der Preisobergrenze gefunden worden. "Mit der neuen Roaming-Wholesaleregulierung wird dieser funktionierende Marktmechanismus unnötig ausgehebelt und durch regulierte Preise ersetzt", sagte ein Telekom-Sprecher. Zudem könnten Netzbetreiber nun schwerer gegen Missbrauch vorgehen. Die neuen Preisobergrenzen lägen außerdem zum Teil unter den verhandelten Marktpreisen.

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