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9 Flats : Deutscher Airbnb-Konkurrent verkauft sich nach Singapur

Künftig in Singapur zuhause: der deutsche Airbnb-Konkurrent 9 Flats Bild: dpa

Ein deutsches Start-up war hierzulande sogar noch vor Airbnb in der Vermietung von Appartements aktiv. Nun verkauft es sein Geschäft ins Ausland - wegen eines neuen Gesetzes.

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          Airbnb – ein Name steht für das Geschäft mit der kurzzeitigen Vermietung von Appartements an Urlauber. Das amerikanische Unternehmen ist auch in Deutschland Marktführer. Doch erster war hierzulande ein anderes Unternehmen: 9 Flats, ein deutsches Start-up, das im Jahr 2010 mit Unterstützung von Deutscher Telekom und Otto-Gruppe begann.

          Timo Kotowski
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Künftig wird die deutsche Gründung jedoch kein deutsches Unternehmen mehr sein. „9 Flats verkauft seine Marke, die Software und die Plattform an eine neue Gesellschaft in Singapur“, kündigt Geschäftsführer und Miteigner Roman Bach im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung an.

          Den Abgang sieht er als letzten Ausweg, um den Folgen des Berliner Zweckentfremdungsverbot-Gesetzes zu entgehen. „Als Start-up haben wir in Deutschland nicht mehr die passenden Rahmenbedingungen für unser Geschäft.“ Das Berliner Gesetz sieht in der aktuellen Fassung Ordnungsgelder von bis zu 100.000 Euro vor, die für das Anbieten von Wohnungen als Urlauberdomizile verhängt werden können – gegen Eigentümer und Vermittler wie 9 Flats.

          „Schnell käme auf uns ein Millionenbußgeld zu“, befürchtet Bach, der nach eigenen Angaben 2500 Unterkünfte in Berlin im Angebot hat. Während Airbnb in San Francisco für deutsche Bußgeldbescheide unerreichbar bliebe, würde 9 Flats in Hamburg zur Kasse gebeten. Und das könnte das Unternehmen, mit knapp 30 Millionen Euro Umsatz und kleinem Gewinn nicht verkraften. „Wir sehen uns in Berlin einem Gesetz gegenüber, das uns in die Insolvenz treiben würde“, sagt er.

          Die Folgen würden auch Urlauber spüren: Da Reisende die Bezahlung über 9 Flats abwickeln, könnte im Falle einer Insolvenz gezahltes Geld nicht an die Unterkünfte weitergeleitet werden, sie müssten Gäste zunächst unentgeltlich aufnehmen oder den Einlass verwehren. Rund eine Million vorliegende Buchungen wären betroffen.

          Steuern künftig in Singapur

          Damit es nicht soweit kommt, verkauft 9 Flats das Geschäft. „Wir haben uns seit der Gründung in Deutschland in die Profitabilität gekämpft. Nachdem wir dieses Ziel erreicht haben, werden wir quasi vertrieben“, klagt Bach. Entlassungen will er weitgehend verhindern.

          Die knapp 30 Beschäftigten der deutschen ehemaligen 9-Flats-Gesellschaft sollen für neue Dienstleistungsprojekte eingesetzt werden. Deutsche Kunden sollen davon wenig mitbekommen. „50 Prozent des Umsatzes wird die asiatische 9-Flats-Gesellschaft auch künftig mit deutschen Kunden machen, ein Drittel der Buchungen wird weiter auf deutsche Unterkünfte entfallen“, sagt Bach. Und natürlich zahlen Asiaten in Deutschland keine Steuern.

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