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25 Jahre D-Netze : Und plötzlich konnte jeder mobil telefonieren

Damals hatte man noch etwas in der Hand und oft lockiges Haar: 1992 wurde das Hagenuk-Handy „MT 900“ vorgestellt. Bild: Picture-Alliance

Mit dem Start der digitalen D-Netze in Deutschland begann vor 25 Jahren die unglaubliche Karriere des Handys. Und damals lag Europa ganz weit vorn.

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          So klingt die Zukunft: Wenn Ende der achtziger Jahre ein Bekannter aus einem fahrenden Auto heraus anrief, war das eine Sensation. Wer diese Möglichkeit hatte, gehörte zu einer winzigen Minderheit. Mobiles Telefonieren war Geschäftsleuten vorbehalten, die bereit waren, sehr viel Geld in ihre mobile Erreichbarkeit zu investieren. Vor 25 Jahren, im Sommer des Jahres 1992, sollte sich alles ändern. Am 30. Juni des Jahres nahm D2 Mannesmann, heute Vodafone, den Betrieb auf, einen Tag später das D1-Netz der Deutschen Telekom – und es hat nicht lange gedauert, bis am mobilen Telefonieren nichts Elitäres mehr zu finden war.

          Thiemo Heeg
          Redakteur in der Wirtschaft.
          Carsten Knop
          Herausgeber.

          Obwohl es zu Anfang von vielen beim Blick auf so ein neumodisches D-Netz-Telefon hieß, so etwas brauche man nicht, konnte sich in den Jahren danach doch beinahe niemand der Versuchung entziehen: Schon kurz nach dem Start, zur Computermesse Cebit im Frühjahr 1993, deutete sich das kräftig steigende Interesse am Mobilfunk an. Trotz damals eher schlechter gesamtwirtschaftlicher Randbedingungen sei die Nachfrage nach D-Netz-Endgeräten so groß, „dass sie sich von selbst verkaufen“, berichtete diese Zeitung aus Hannover. Mannesmann – heute Vodafone – lag damals als Marktführer klar vorn. Rund 200.000 D2-Kunden standen halb so viele D1-Nutzer gegenüber. Der traditionsreiche Mannesmann-Konzern sollte über den andauernden Erfolg der Mobilfunksparte für die Aktionäre zur Gelddruckmaschine werden. Er wurde wegen seiner Attraktivität aber eben auch von Vodafone übernommen und zerfiel letztlich in einzelne Teile, die heute diversen anderen Unternehmen gehören.

          Der Albtraum aller Dauertelefonierer

          Man hatte eine Rakete gezündet, ohne auch nur ahnen zu können, wie weit sie tragen würde. Die Prognosen gingen weit auseinander. Bis zum Jahr 2000 werde es zwischen vier und 15 Millionen Mobiltelefonierer geben, sagte eine Mitarbeiterin von Infratest. Wer genauer schätze, lüge, so ihr damaliges Diktum.

          Das war eine weitsichtige Aussage. Denn mit der neuen Technik hatte sich alles verändert, nichts war mehr, wie es war. Man hatte es mit einem Technologiesprung zu tun – von einer analogen zu einer digitalen Welt. Und das ist auf allen Märkten, in denen sich ein solcher Wandel einstellt, eine spektakuläre Angelegenheit. Die beiden vor 25 Jahren fast gleichzeitig eingeführten D-Netze hatten sogar mehrere analoge Vorläufer. Das A-Netz startet im Jahr 1958, das B-Netz Anfang der 1970er Jahre, das C-Netz 1985. Die Dienste und Geräte waren kostspielig. Sie blieben zunächst professionellen Anwendern vorbehalten. „Die Abmessungen der damaligen Mobiltelefone taugten gerade so für die Installation im Auto. Nicht selten war der Kofferraum als Einbauort für Sende- und Empfangsteil gefragt“, heißt es vom Branchenverband GFU. Im Jahr 1983 brachte Motorola das erste kommerzielle Mobiltelefon auf den Markt, den berühmten „Knochen“. Für heutige Dauertelefonierer ein Albtraum: Eine Akkuladung ermöglichte nur eine Stunde Betrieb.

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