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Digitalkonferenz DLD : Gabriel ruft Europa zu digitaler Offensive auf

Sigmar Gabriel Bild: Picture-Alliance

Europa kann technisch abgehängt werden, warnt Außenminister Sigmar Gabriel – nicht nur von Amerika, sondern auch von China. Zum ersten Mal fordere jemand die Technologie des Westens ernsthaft heraus.

          Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) hat die Europäer aufgerufen, sich im Rennen um die Eroberung der digitalen Welt nicht von den Amerikanern und Chinesen abhängen zu lassen. Die Zeiten, in denen sich Europa in unbekannte Gegenden vorgewagt, China aber sich auf sich selbst zurückgezogen habe, lägen 600 Jahre zurück.

          Carsten Knop

          Chefredakteur digitale Produkte.

          Nun sei es für Europa wieder an der Zeit, so weit wie möglich nach vorne zu schauen: „Wollen wir Zuschauer in einem neuen Kalten Krieg rund um die Technologieführerschaft sein? Oder wollen wir bessere Antworten liefern als bisher?“, fragte Gabriel zur Eröffnung der Digitalkonferenz DLD im Literaturhaus München.

          „Der Westen sieht sich herausgefordert“

          „Der Westen und seine offenen Gesellschaften sehen sich zum ersten Mal in ihrer Technologieführerschaft ernsthaft herausgefordert“, sagte Gabriel.  „Wir müssen unsere nationalen und europäischen Schlüsseltechnologien schützen, hegen und gezielt ausbauen.“ In Europa gehe es nicht nur darum, Werte zu definieren, sondern auch Ziele und Interessen. Das, was Europa zu bieten habe, müsse unbedingt geschützt werden. Wenn Daten tatsächlich das neue Öl seien, dann müsse Europa endlich anfangen, diese Ressource besser zu nutzen. Dazu gebe es keine Alternative.

          Der Datenschutz sei zwar wichtig, müsse aber an die Herausforderungen der neuen globalen Wirtschaft angepasst werden. Die Vielzahl an nationalen Regulierungen bremse das Wachstum europaweiter Technologiekonzerne. Ein echter digitaler Binnenmarkt in der Europäischen Union müsse endlich geschaffen werden. Unbedingt müssten größere Risiken eingegangen werden. Nötig sei ein „Kompromiss zwischen Privatsphäre und Regulierung, zwischen Liberalismus und Sicherheitsbedenken, zwischen dogmatischem und pragmatischem Handeln.“

          Europa müsse seine Einstellung verändern, sagte Gabriel. Es gehe darum, dass Europa das Weltgeschehen wieder selbst mitbestimmen müsse, anstatt von ihm passiv verändert zu werden. 

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