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Tech-Konferenz DLD : SAP: Frauen haben oft die besseren Ideen

Venture-Kapitalgeber Yaron Valler von Target Global Bild: Picture-Alliance

Start-ups unter der Führung von Frauen haben es am Kapitalmarkt schwer. Sie erhalten nur einen Bruchteil des gesamten Risikokapitals. Der deutsche Softwarekonzern SAP will daran etwas ändern.

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          In den Vereinigten Staaten sind im vergangenen Jahr nur 2,2 Prozent des gesamten Risikokapitals an ausschließlich von Frauen gegründete Start-ups geflossen. Das ergibt sich aus Daten des Marktanalyseunternehmens Pitch Book Data. Der deutsche Softwarekonzern SAP will daran etwas ändern. Denn auch mit Blick auf Europa ergibt sich kein anderes Bild, in dieser Region gehen sogar nur 2 Prozent des Risikokapitals für Start-ups an diese Personengruppe – und nur 5 Prozent des Risikokapitals an Start-ups mit mindestens einer Gründerin, so die Daten von Atomico Investment. Mit Blick auf Migranten sieht es nicht besser aus: Schwarze und lateinamerikanische Unternehmer in den Vereinigten Staaten stehen vor ähnlichen und oft noch größeren Herausforderungen.

          Carsten Knop

          Chefredakteur digitale Produkte.

          Die Zahlen wurden auf der Digitalkonferenz DLD in München vom bekannten Venture-Kapitalgeber Yaron Valler von Target Global bestätigt: Wer das Potential von Frauen als Unternehmerinnen nicht nutze und unterstütze, verzichte auf 50 Prozent der menschlichen Kreativität. Das sei ein großer Fehler, sagte Valler. Zudem dürften Minderheiten und Migranten niemals als Bedrohung verstanden, sondern müssten als Chance begriffen werden. Deshalb wird sich SAP am Montag in München dazu verpflichten, bis zu 40 Prozent des investierbaren Kapitals seines noch recht jungen „SAP.iO-Fonds“ zu nutzen, um innerhalb der kommenden fünf Jahre mindestens 200 Start-ups zu fördern, die von Frauen oder Angehörigen von Minderheiten gegründet worden sind.

          „Wir tun das nicht, um ein schlechtes Gewissen zu beruhigen“

          Der „SAP.iO-Fonds“ wurde im März 2017 mit einem Volumen von 35 Millionen Dollar aufgelegt und hat bisher direkt in mehr als 15 Start-ups investiert. „SAP setzt sich dafür ein, die Wettbewerbsbedingungen für Gründerinnen und Minderheitsgründer im Start-up-Ökosystem zu verbessern", sagte Deepak Krishnamurthy, der Chief Strategy Officer von SAP, FAZ.NET am Rande der DLD: „Wir sind das erste Unternehmen der Branche, das sich für integratives Unternehmertum einsetzt, indem es Investitionen und Inkubation mit SAP.iO kombiniert. Und wir tun das nicht, um ein schlechtes Gewissen zu beruhigen, sondern weil Frauen häufig die besseren Ideen haben und in unserem Fonds für eine bessere Rendite sorgen.“

          Sein Unternehmen sieht also eine bedeutende Geschäftsmöglichkeit in der Unterstützung dieser Unternehmerinnen, die in der Kapitalbeschaffung trotz starker Leistung und langfristiger Rentabilität auf große Hindernisse stoßen. Das habe mehrere Gründe: Zum einen seien Frauen unter den Gründerinnen ohnehin unterrepräsentiert, zum anderen seien sie im Gespräch mit Risikokapitalgebern viel zurückhaltender als Männer, wenn es um die Bewertung der Zukunftschancen ihres Unternehmens gehe. SAP will die Folgen dieser Zurückhaltung mildern – und bietet mehr als Geld. Denn begleitet wird das Programm von zwei weiteren Initiativen: Von „SAP.iO Foundries“, das vor allem das Wachstum der junger Unternehmen durch Beratung und Vernetzung verbessern soll, sowie von „SAP.iO No Boundaries“, das vor allem das Ziel hat, die unterstützten Unternehmen mit der Kultur von SAP vertraut zu machen.

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