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Tech-Konferenz DLD : Postchef Appel sieht die Globalisierung nicht bedroht

  • Aktualisiert am

Postchef Appel auf der DLD-Bühne im Gespräch mit FAZ.NET-Chefredakteur Carsten Knop. Bild: DLD

Die Welt vernetzt sich immer mehr – trotz protektionistischer Politiker. Davon ist Frank Appel auf der Digitalkonferenz DLD überzeugt. Die Herausforderung sei eine andere.

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          Für Frank Appel, den Vorstandsvorsitzenden des Logistikkonzerns Deutsche Post DHL, ist der freie Welthandel durch zunehmende protektionistische Tendenzen in der Politik weniger bedroht, als viele glauben. Gerade mit Blick auf die Handelspolitik des amerikanischen Präsidenten Donald Trump macht sich Appel weniger Sorgen, als man es vom Chef eines auf der ganzen Welt tätigen Logistikunternehmens erwarten könnte.

          Die Zahlen, die die Post selbst in ihrer aufwendigen Globalisierungs-Studie, dem „Global Connectedness Index“, erhebe, zeigten für 2017 eindeutig, dass die Welt noch nie zuvor so miteinander vernetzt gewesen sei. Der Trend sei eindeutig. Er lasse sich durch die Politik eines einzelnen Landes nicht ändern: „Zudem kenne ich kein Land, das jemals durch Protektionismus reicher geworden wäre“, sagte Appel auf der Digitalkonferenz DLD in München.

          Allerdings mache Deutschland einen Fehler damit, dass die meisten Menschen nach dem Ende der Schulzeit mit dem Lernen aufhören. „Das funktioniert in einer sich zunehmend digitalisierenden Welt nicht mehr, wir brauchen viel mehr Bildungsangebote, die uns das ganze Arbeitsleben hindurch begleiten“, forderte Appel. Die Welt verändere sich viel zu schnell, um darauf zu bauen, dass es einen Beruf, den man einmal erlernt habe, auch in zehn Jahren noch gebe.

          Wenn Algorithmen Texte schreiben

          Da gehe es Zustellfahrern von Paketautos nicht anders als Journalisten. Die einen würden vielleicht durch eine vollautomatisch-autonome Zustellung bedroht, die anderen durch Algorithmen, die die Texte besser und schneller aufschreiben könnten als menschliche Journalisten. Diese Beispiele seien letztlich auf alle Berufe übertragbar – und Weiterbildung sei darauf die einzige Antwort.

          Dafür müsse mehr Geld ausgegeben werden als bisher. Zugleich werde es durch Online-Kurse immer einfacher, Weiterbildungsziele auch im höheren Alter und mit weiten Bevölkerungsschichten zu erreichen. Die Deutsche Post DHL steht mit der Herausforderung also nicht allein, gleichwohl ist sie für einen Konzern besonders groß, der mehr als 500.000 Mitarbeiter beschäftigt. Die Arbeit in den Warenverteilzentren verändert sich durch die Automatisierung gerade radikal; andere Teile der Wertschöpfungskette der Post werden vom technischen Fortschritt ebenfalls völlig umgekrempelt werden.

          Appel ist aber sicher, dass die Antworten darauf nur in einem Unternehmen und in einer Gesellschaft gefunden werden können, die weiterhin voll auf den freien Welthandel und Wirtschaftswachstum setzt. Nur dann könnten die erforderlichen Mittel erwirtschaftet werden, die nötig seien, um Beschäftigte und Gesellschaft so gut wie möglich durch die Transformation zu begleiten.

          Eine einzelne Digitalinitiative in seinem Konzern, die für die Zukunft besonders wegweisend ist, wollte Appel nicht hervorheben – davon gebe es viele, und es werde Jahre dauern, bis sich die eine oder anderen von ihnen spürbar auf Umsatz oder Gewinn auswirke. Auch das Streetscooter-Projekt mit elektrisch betriebenen Nutzfahrzeugen habe, so erfreulich es auch laufe, eigene Herausforderungen.

          Die Herausforderungen, die sein Konzern im vergangenen Jahr zu bestehen hatte, relativiert Appel im Kontext seiner Amtszeit, die im Februar 2008 begonnen hat, ein wenig: „Das erste Jahr war seinerzeit noch wesentlich herausfordernder.“

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