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Netzkonferenz DLD : Mamma Mia!

Da Möbelhaus Ikea ist nicht das einzige Unternehmen aus Schweden, das groß rausgekommen ist. Bild: dpa

Ikea, H&M, Spotify: Wie schafft es das kleine Schweden, international so erfolgreich zu sein? Vielleicht gerade weil es so klein ist, meint der frühere Abba-Sänger Bjoern Ulvaeus.

          Wenn der Heimatmarkt sehr klein ist, bleibt nur, möglichst schnell die internationale Aufmerksamkeit zu suchen. Wie das gelingen kann, haben sich Anfang der Siebziger Jahre auch die Musiker der schwedischen Popgruppe Abba gefragt. „Besonders auffällige Kleidung und der Eurovision Song Contest, das war unser Ausweg“, erzählte Bjoern Ulvaeus auf der Digitalkonferenz DLD in München, deren offizieller Medienpartner die Frankfurter Allgemeine Zeitung ist. „Und es hat funktioniert. Allerdings hängen mir die auffälligen Klamotten noch heute nach“, scherzte er.

          Britta Beeger

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Abba ist nicht der einzige Exportschlager Schwedens. Mit der Modekette H&M, dem Möbelhändler Ikea und dem Musikstreamingdienst Spotify hat das Land international erfolgreiche Unternehmen hervorgebracht. Aus Südschweden kommt die Marke Absolut Vodka, der schwedische Programmierer Markus „Notch“ Persson hat das Computerspiel Minecraft erschaffen. Wie aber kommt es, dass ausgerechnet dieses kleine nordeuropäische Land international so erfolgreich ist?

          Flache Hierarchien

          Mikael Schiller vom schwedischen Modelabel sieht einen Grund im schwedischen Wohlfahrtsstaat mit einer guten Gesundheitsversorgung und guten Schulen. „Schweden ist ein sehr sicheres Land“, sagte er in München. Das sorge für eine gewisse Bereitschaft bei den Angestellten, zum Wohl der Unternehmen zu arbeiten. Mehr noch, ist Carl Waldekranz von der Shoppingplattform Tictail aus Stockholm überzeugt: Den Menschen würden aufgrund des staatliches Sicherheitsnetzes so viele Risiken genommen, dass sie bereit seien, andere Risiken einzugehen – und beispielsweise ein Unternehmen zu gründen, sagte er.

          Auch die Mentalität spielt nach Ansicht der Diskussionsteilnehmer eine Rolle. So seien die Schweden dafür bekannt, Informationen miteinander zu teilen. Zudem gebe es flache Hierarchien. „Die besten Ideen gewinnen, weil nicht wichtig ist, wer der Boss ist“, sagte Schiller. Dass es ok ist, auch mal zu scheitern – vielleicht sogar hilfreich – scheint sich in Schweden anders als beispielsweise im Silicon Valley oder in Tel Aviv indes noch nicht durchgesetzt zu haben. „Das wird immer noch ein bisschen als Schande angesehen“, sagte der frühere Abba-Sänger Ulvaeus.

          Abba-Mann Björn Ulvaeus auf der DLD in München

          Wer allerdings erfolgreich ist, für den ist Schweden eine gute Ausgangsbasis, findet er. 1974 gewann die Band mit ihrem Song „Waterloo“ den Eurovision Song Contest und startete von da an international durch. Wenn er mit seiner früheren Frau und Bandkollegin Agnetha Fältskog einkaufen ging – Ulvaeus: „das war die Blonde“ – ließ man sie trotz ihrer Bekanntheit in Ruhe. Ulvaeus findet: „Die schwedische Kultur ermöglicht es einem, bodenständig zu bleiben und ein ganz normales Privatleben zu führen.“

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