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Digitalkonferenz DLD : „Von künstlicher Intelligenz sollten alle profitieren“

Satya Nadella: „Wir müssen die künstliche Intelligenz demokratisieren.“ Bild: Reuters

Wissenschaftler, private Unternehmen, der öffentliche Sektor: Microsoft-Chef Satya Nadella will künstliche Intelligenz „demokratisieren“. Doch es bleiben Herausforderungen – auch ethischer Natur.

          Künstliche Intelligenz sollte nach Ansicht von Microsoft-Chef Satya Nadella nicht nur eine Sache der großen IT-Unternehmen wie Google, IBM oder Microsoft sein. Die gesamte Gesellschaft müsse davon profitieren: Wissenschaftler, Schulen, private Unternehmen, der öffentliche Sektor. „Lasst uns künstliche Intelligenz nutzen, um den Menschen zu helfen – bei welchem Unterfangen auch immer – und so die Produktivität und das Wachstum anzukurbeln“, sagte er am Montag auf der Digitalkonferenz DLD in München, deren offizieller Medienpartner die Frankfurter Allgemeine Zeitung ist.

          Britta Beeger

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Wichtig sei es, künstliche Intelligenz und die Masse der vorhandenen Daten zu „demokratisieren“, so Nadella. Anhand konkreter Beispiele erklärte er, was das für ihn bedeutet. So arbeiteten Wissenschaftler in Cambridge zusammen mit Onkologen und Radiologen daran, Tumore möglichst früh zu erkennen. Oder wenn man für Menschen, die nur einen Dollar am Tag verdienen, die Kreditwürdigkeit bestimmen könne: Auch das sei eine Demokratisierung künstlicher Intelligenz.

          Wie könnte Microsofts eigene Rolle dabei aussehen? Das Unternehmen müsse zu seinen Ursprüngen zurückkehren, sagte Nadella. Microsoft habe schon immer für andere das nötige Handwerkszeug zur Verfügung gestellt – das müsse es auch im Bereich künstlicher Intelligenz tun. Allerdings sei noch ein weiter Weg zu gehen: „Über einige Dinge können wir uns sehr freuen“, so Nadella. „Aber haben wir das Ziel erreicht? Nein.“ Denn künstliche Intelligenz würde noch nicht von der breiten Masse genutzt.

          Nach Ansicht des Microsoft-Chefs gibt es aber auch noch große Herausforderungen zu lösen. Zum einen stellten sich ethische Fragen, sagte er. Künstliche Intelligenz müsse die menschlichen Fähigkeiten verbessern, Vertrauen in Technologie schaffen und Transparenz ermöglichen. Allerdings müssten sich die Unternehmen Gedanken darüber machen, wer für die Entscheidungen von Algorithmen haftet und wie man verhindert, dass Designer unbewusst eine bestimmte Richtung einschlagen.

          Eine zweite Herausforderung ist nach Ansicht Nadellas die Zukunft der Arbeit. „Wir müssen alles tun, was wir können, um unsere Leute fit zu machen für die Zukunft. Das ist unsere drängenste Aufgabe“, sagte er in München. Es gelte ein Gleichgewicht zu erreichen zwischen den Erlösen des Kapitals und den Erlösen der Arbeit.

          Das ist die DLD

          DLD (Digital, Life, Design) ist eine dreitägige Konferenz von Hubert Burda Media in München, die sich seit der Gründung 2005 das Ziel gesetzt hat, die wichtigsten Personen und Ideen der „Digitalen Transformation“ zusammenzubringen, um die fundamentalen Veränderungen in unserer Gesellschaft zu begleiten und zu erklären. Der DLD 2017 blickt unter anderem auf künstliche Intelligenz, Mobility, Big Data, Future of Work, Security & Cyberwar.

          Steffi Czerny hat 2005 die DLD Conference gegründet und leitet den Bereich heute gemeinsam mit Ko-Geschäftsführer und DLD-Chefredakteur Dominik Wichmann. Das Team organisiert auch Konferenzen in New York, Tel Aviv und Brüssel. Die F.A.Z. ist Medienpartner der Konferenz in München und mit einem vierköpfigen Team vor Ort.

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