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Netzausbau : Neue Kosten in Milliardenhöhe für Stromkunden 

Arbeiten an einer Hochspannungsleitung. Bild: dpa

Die Regierung will mehr Ökostrom. Dafür muss das Leitungsnetz ausgebaut werden. Dessen Betreiber haben jetzt neu nachgerechnet. Für Verbraucher wird das teuer.

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          Kaum ist der Kompromiss zum Kohleausstieg mit zusätzlichen Kosten in Milliardenhöhe geschlossen, deuten sich neue Ausgaben für die Energiewende in zweistelliger Milliardenhöhe an. Die Kosten des Ausbaus der Leitungen für den wachsenden Ökostromanteil dürften sich nach neuen Schätzungen der zuständigen vier Netzbetreiber bis zum Jahre 2030 von 32 auf 52 Milliarden Euro erhöhen. Das betrifft nur den Ausbau an Land. Je nach Szenario kommen für die Leitungen zu den Windparks vor den Küsten 18 bis 24 Milliarden Euro hinzu. Unter dem Strich sind das in den kommenden zwölf Jahren 70 bis 76 Milliarden Euro – oder 6 Milliarden Euro im Jahr. Bezahlen müssen das die Stromkunden.

          Andreas Mihm
          Wirtschaftskorrespondent für Österreich, Ostmittel-, Südosteuropa und die Türkei mit Sitz in Wien.

          Die Daten stehen nach F.A.Z.-Informationen im „Netzentwicklungsplan 2030“, der an diesem Montag der Bundesnetzagentur übergeben werden soll. In dem 600 Seiten starken Dokument haben die vier Betreiber des Höchstspannungsnetzes, Amprion, 50Hertz, Tennet und Transnet-BW, auftragsgemäß aufgeschrieben, wie das Stromnetz 2030 aussehen muss, damit das Ziel der Regierung erfüllt werden kann, bis dahin 65 Prozent des Stromverbrauchs aus regenerativen Quellen zu beziehen. Das ist vor allem Windstrom. Da der vor der Küste und im Norden der Republik gewonnen wird, sind Leitungen nötig, um die Elektrizität in die süddeutschen Verbrauchszentren zu befördern.

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