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Namensänderung : Altria soll Philip Morris vom Marlboro-Image befreien

  • Aktualisiert am

Namen sind nur Schall und Rauch Bild: dpa

Am amerikanischen Nichtrauchertag beschloss Philip Morris eine Namensänderung. Der neue Name stößt auf Skepsis.

          Philip Morris klingt zu sehr nach Marlboro, befürchten die Strategen des amerikanischen Konsumgüterherstellers Philip Morris. Und Zigaretten haben einen schlechten Beigeschmack. Um auch die anderen Produkte im Portfolio des Konzerns wie etwa die Lebensmitteltochter Kraft oder die Brauereigruppe Miller stärker zu würdigen, will der weltgrößte Zigarettenhersteller künftig Altria Group Inc. heißen.

          „Die Leute dachten im allgemeinen entweder, dass wir ein Tabakunternehmen seien, oder ein Tabakunternehmen, das einige Lebensmittelhersteller und Brauereien besitzt“, sagte Philip-Morris-Manager Steven Parrish. Der Umbenennungsvorschlag sei für den Konzern eine Möglichkeit, diese Einschätzung richtig zu stellen. Sämtliche Töchter - also auch die eigentlichen Tabak-Hersteller Philip Morris USA und Philip Morris International - sollen ihre Namen behalten.

          Lateinische Klarheit verwirrt

          Die Wortschöpfung „Altria“ enthält das lateinische Adjektiv „altus", das im Deutschen „hoch“ bedeutet. Der neue Name sei gewählt worden, um die Spitzenleistungen des Unternehmens hervorzuheben, sagte Parrish. Seinen Angaben zufolge haben sich Philip-Morris-Beschäftigte in ersten Reaktionen positiv zu der vorgeschlagenen Umbenennung geäußert. Mit dem neuen Namen wolle man weder eine Abkehr vom Namen Philip Morris noch eine Abkehr vom Tabak-Geschäft signalisieren. „Dies soll nicht der Verwirrung, sondern der Klarheit dienen", fügte Parrish hinzu. Die Ankündigung fiel am Donnerstag auf den 25. Jahrestag des „Great American Smokeout"-Tages (Großer Amerikanischer Nicht-Raucher-Tag).

          Für den renommierten Tabak-Analyst Martin Feldman von Goldman Sachs ist dagegen der alte Name die bessere Wahl. „Ich halte das Wort 'Altria' für keine Verbesserung gegenüber 'Philip Morris'", sagte Feldman. „Meiner Ansicht nach spiegelt der jetzige Name viele Aufgabenbereiche des Unternehmens wider, und ich denke, sie wollen, dass der neue Name die gesamte Bandbreite des Konzerns widerspiegelt.“ Er selbst würde einen englischen Namen einem halb-lateinischen vorziehen, sagte Feldman.

          Abspaltung des Zigarettengeschäfts?

          David A. Kessler, der frühere Leiter der amerikanischen Nahrungsmittel- und Arzneibehörde FAA, glaubt nach einem Bericht der Online-Ausgabe der „New York Times“, dass Philip Morris mit der Namensänderung eine Verselbstständigung seines Zigarettengeschäfts planen könnte.

          Auch andere Kritiker sehen in der Namensänderung den Versuch des Konzerns, sich vom negativen Zigarettenimage reinzuwaschen. Trotz aller Prozesse ist das Zigarettengeschäft nach wie vor die lukrativste Sparte von Philip Morris, einem der gewinnträchtigsten Unternehmen der Welt. Allerdings spiegelt der Aktienkurs das nicht unbedingt wider. Selbst während der Börsenhausse der neunziger Jahre konnte das Papier aufgrund des schlechten Images nicht abheben.

          Noch können sich die Aktionäre gegen den Einzug des Lateinischen wehren - auf der Hauptversammlung müssen sie der Namensänderung zustimmen. Diese findet am 25. April 2002 in Richmond im amerikanischen Bundesstaat Virgina statt, wo Philip Morris ansässig ist. Ursprünglich hatte das Unternehmen die Namensänderung am 17. September auf einer Analystenkonferenz ankündigen wollen.

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