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Nahrungsmittel : Neuer Gigant in der Bierbranche

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South African Breweries (SAB) will für 5,6 Milliarden Dollar die Miller Brewing von Philip Morris übernehmen. Das neue Unternehmen soll SABMiller heißen.

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          South African Breweries (SAB) will für 5,6 Milliarden Dollar die Miller Brewing von Philip Morris übernehmen. SAB zahlt 3,6 Milliarden Dollar in Aktien und übernimmt die Schulden von Miller in Höhe von zwei Milliarden Dollar. SAB rückt damit zum weltweit zweitgrößten Brauer nach Anheuser-Busch auf.

          Das neue Unternehmen werde SABMiller heißen, teilte Philip Morris mit. Der US-Konzern werde einen Anteil von 36 Prozent an der neuen SABMiller haben. Philip Morris hat zugesagt, seine 430 Millionen Aktien nicht bis Juni 2005 zu verkaufen.

          Zu Philip Morris zählt unter anderem auch die Zigarettenmarke Marlboro und Kraft Food. Die in London ansässige SAB ist mit seinen Marken Castle und Pilsner Urquell derzeit der weltweit viertgrößte Bier-Brauer. Miller Bier ist vor allem in den USA bekannt, wo die Marke ein Fünftel Marktanteil hat. Allerdings hat sich Miller seit rund zehn Jahren auf dem Heimatmarkt schlecht entwickelt.

          Weltweit ist derzeit eine Konsolidierung in der Brauereibranche zu beobachten. SAB-Chief Executive Graham Mackay sagte in London, die Einigung mit Philip Morris habe große Bedeutung nicht nur für Miller, sondern für den Bier-Weltmarkt. Weitere Konsolidierungen seien zu erwarten. Vor Abschreibungen und Synergieffekte will SAB im ersten Jahr Gewinne einfahren.

          Analysten und Märkte sind kritisch

          An der Londoner Börse waren die Investoren wenig überzeugt. Vor allem der Kaufpreis wurde als zu hoch empfunden. An der Börse sei mit einem Preis von fünf Milliarden Dollar gerechnet worden, hieß es. Zudem warfen einige Analysten die Frage auf, inwiefern Miller kurzfristig für SAB wertvoll sei. SAB sei derzeit auf den Wachstumsmärkten tätig, und es sei fraglich, was ein solches Unternehmen mit einem eingesessenen und sich schlecht entwickelnden Unternehmen anfangen wolle. Bisher ist SAB vor allem in Afrika, China und Osteuropa aktiv.

          SAB-Aktien fielen in einem schwächeren Londoner Gesamtmarkt am Donnerstag um 3,65 Prozent auf 555 Pence. Die Aktien hatten ursprünglich positiv auf die Mitte März bekannt gewordenen Verhandlungen reagiert. Die in Frankfurt gehandelten Aktien von Philip Morris zogen bei allerdings minimalem Umsatz um 0,7 Prozent gegen den Trend auf 60,10 Euro an.

          SAB teilte am Donnerstag weiter mit, der Vorsteuergewinn habe im Geschäftsjahr 2001/02 (zum 31. März) 606 Millionen Dollar betragen. Analysten hatten mit 600 bis 666 Millionen Dollar gerechnet. SAB verwies darauf, dass die Schwäche des südafrikanischen Rand gegenüber dem Dollar das Ergebnis belastet hatte.

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