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Nahrungsmittel : Milchverarbeiter Humana fürchtet Rufschädigung

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Der zweitgrößte deutsche Milchverarbeiter hat Fehler bei der Produktion von Milchprodukten für Kleinkinder eingestanden, die möglicherweise zum Tod von drei Babys in Israel geführt haben.

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          Der zweitgrößte deutsche Milchverarbeiter hat Fehler bei der Produktion von Milchprodukten für Kleinkinder eingestanden, die möglicherweise zum Tod von drei Babys in Israel geführt haben. Albert Große Frie, der Vorstandssprecher der Humana Milchunion, sagte im Gespräch mit dieser Zeitung, daß durch menschliche Fehler in der Qualitätskontrolle Produkte mit einem zu geringen Wert an Vitamin B 1 hergestellt und nach Israel geliefert worden seien. Dieser Wert lag etwa um das Zehnfache unter dem auf den Produkten deklarierten Wert. Ob dies, wie von israelischen Behörden vermutet, zum Tod dreier Babys und der Erkrankung weiterer 20 Kinder geführt habe, müsse jetzt wissenschaftlich untersucht werden. Bei der Babynahrung handelt es sich um koschere Sojamilch speziell für den israelischen Markt, die vom dort ansässigen Vertriebspartner Remedia vertrieben wurde, einer Tochtergesellschaft des amerikanischen Nahrungsmittelkonzerns H.J. Heinz Co. aus Pittsburg.

          Große Frie räumte ein, daß der Imageschaden erheblich werden könnte. Dem wolle man mit Offenheit und Zusammenarbeit bei den Ermittlungen begegnen. Zudem können hohe Schadensersatzforderungen auf Humana zukommen. In Israel hat bereits eine Familie eine Schadenersatzklage mit einem Streitwert von 250 Millionen Dollar eingereicht, deren Kind durch das mangelhafte Milchprodukt gesundheitlich beeinträchtigt sei. Die Klage richtet sich vorerst gegen Remedia, doch angesichts des Eingeständnisses von Humana könnten sich die Forderungen letztlich gegen das deutsche Unternehmen richten. Große Frie wollte sich zu den finanziellen Konsequenzen aus einer möglichen Prozeßlawine nicht äußern.

          Zweitgrößter Milchverarbeiter

          Die genossenschaftlich organisierte Humana ist nach den Angaben von Große Frie der zweitgrößte deutsche Milchverarbeiter nach Nordmilch und vor der Molkerei Alois Müller (Müller Milch). Zum Konzernumsatz von 2,4 Milliarden Euro steuert das Geschäft mit Babynahrung rund 100 Millionen Euro bei. Davon kommen etwa 40 Millionen Euro aus dem Ausland. Das Geschäftsvolumen in Israel ist von einst gut 10 Millionen Euro auf nur noch 3 Millionen Euro gesunken, da der Geschäftspartner Remedia nach der Übernahme durch Heinz stärker dessen Konkurrenzprodukte vertrieben habe. Auch in Deutschland sei das Geschäft mit Babynahrung wegen der geringen Geburtenrate unter Druck geraten. Hier könne man froh sein, wenn man den Umsatz halte, sagte Große Frie. Dagegen mache Humana derzeit große Fortschritte in den Staaten der ehemaligen Sowjetunion mit Umsatzanstiegen von jährlich etwa 20 Prozent.

          Der Schwerpunkt des Konzerns, der gut 3000 Mitarbeiter zählt, liegt allerdings auf dem Geschäft mit Milch- und Käseprodukten sowie Speiseeis. Die Hauptmarken sind Ravensberger (Butter) und Sanobub (Eis). Vor allem durch Zukäufe erreichte Humana 2002 in schwierigem Umfeld ein Umsatzwachstum um 8 Prozent.

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