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Kandidatenrennen : Nagel ist Favorit für die Bundesbank-Spitze

  • Aktualisiert am

Joachim Nagel im Jahr 2016 als Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank Bild: picture alliance / dpa

Für die Nachfolge von Jens Weidmann dürfte das SPD-Mitglied Joachim Nagel mit Notenbank-Erfahrung die besten Karten haben. Seine Partei soll außerdem das Vorschlagsrecht für den Bundesbank-Posten haben.

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          Der Volkswirt Joachim Nagel hat einem Zeitungsbericht zufolge die besten Chancen, Jens Weidmann an der Spitze der Bundesbank zu beerben. Wie die britische Wirtschaftszeitung Financial Times am Donnerstag unter Berufung auf eine mit dem Vorgang direkt vertraute Person meldete, sei der 55-Jährige der „bevorzugte Kandidat“. Die F.A.Z. hatte schon am 15. November berichtet, dass Nagel für die Koalition aus SPD, Grüne und FDP der perfekte Kompromisskandidat für den Posten des Bundesbank-Präsidenten sein könnte.

          Bislang wurden für die Nachfolge von Weidmann, der im August seinen Rücktritt zum Jahresende angekündigt hatte, auch die EZB-Direktorin Isabel Schnabel und Finanzstaatssekretär Jörg Kukies als mögliche Kandidaten gehandelt. Diese seien nicht mehr im Rennen, berichtete die Financial Times unter Berufung auf mehrere Personen, die mit den Diskussionen vertraut seien. Ein Sprecher des designierten Bundeskanzlers Olaf Scholz lehnte nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters eine Stellungnahme zu dem Bericht ab.

          Nagel war 17 Jahre lang bei der Bundesbank tätig – davon sechs Jahre im Vorstand. Er wechselte 2017 in den Vorstand der staatlichen Förderbank Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und dann im Jahr 2020 zur Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), der Bank der Notenbanken. Dort ist er stellvertretender Leiter des Bankbereichs. Vorsitzender des BIZ-Verwaltungsrats ist übrigens noch Weidmann. Nagel hatte als Vertreter der Bundesbank die Anleihekäufe der EZB kritisch kommentiert. Das hat auch Weidmann, so dass Nagel für Kontinuität an der Spitze der Bundesbank stehen könnte. Dass er SPD-Mitglied ist, dürfte ebenfalls für ihn sprechen, erst recht, weil die SPD das Vorschlagsrecht für den Bundesbank-Posten haben soll.

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