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Nachfolgeregelung : Portugiese Constâncio neuer EZB-Vizepräsident

Der Portugiese Constancio soll der zweite Mann in der EZB hinter Trichet werden Bild: REUTERS

Die Wirtschafts- und Finanzminister im Euro-Raum haben am Montagabend den portugiesischen Notenbankpräsidenten Constâncio als neuen Vizepräsidenten der Europäischen Zentralbank vorgeschlagen. Damit steigen die Chancen von Bundesbankpräsident Axel Weber, im kommenden Jahr Nachfolger von EZB-Präsident Trichet zu werden.

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          Die Wirtschafts- und Finanzminister der Staaten des Euro-Raums, Wirtschaftskommissar Olli Rehn und der Präsident der Europäischen Zentralbank, Jean-Claude Trichet, haben am Montagabend den portugiesischen Notenbankpräsidenten Vítor Constâncio als neuen Vizepräsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB) vorgeschlagen. Die notwendige qualitative Mehrheit der Euro-Gruppe für den Portugiesen galt bereits zuvor als sicher.

          Werner Mussler

          Wirtschaftskorrespondent in Brüssel.

          Beworben hatten sich auch der luxemburgische Notenbankchef Yves Mersch und Peter Praet, Direktoriumsmitglied der belgischen Notenbank. Einen formellen Vorschlag wird der Rat der EU-Finanzminister an diesem Dienstag beschließen. Diesem müssen die EU-Staats- und Regierungschefs nach Anhörung des Europaparlaments folgen. Die Amtszeit des bisherigen EZB-Vizechefs Lucas Papademos endet im Mai.

          Webers Chancen auf Trichet-Nachfolge steigen

          Mit Constâncios Wahl steigen die Chancen von Bundesbankpräsident Axel Weber, im kommenden Jahr Nachfolger von EZB-Präsident Jean-Claude Trichet zu werden. Mit diesem Kalkül unterstützt die Bundesregierung Constâncios Kandidatur. Neben Weber ist der italienische Notenbankchef Mario Draghi als Trichet-Nachfolger im Gespräch. Bei der Besetzung der beiden EZB-Spitzenposten spielt die regionale Ausgewogenheit eine gewisse Rolle.

          Webers Chancen steigen nach dieser Lesart, wenn der Vizepräsident aus Süd- und nicht aus Mitteleuropa kommt. Die vor allem in Berlin vorherrschende Meinung, dass mit Constâncios Wahl der Weg für Weber nun schon geebnet sei, wird in Brüssel nicht geteilt. Sämtliche Mittelmeerländer und wohl auch die jetzt zu kurz gekommenen Benelux-Länder stünden hinter Draghi, hieß es.

          Trichets Amtszeit endet im Oktober 2011. Ein definitiver Beschluss, wer Trichet nachfolgen wird, soll auf dem Treffen der Staats- und Regierungschefs im Juni 2011 gefasst werden. Nach bisheriger Erfahrung geht drei Monate vor dem Beschluss die Suche nach einem Kandidaten in die entscheidende Phase.

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