https://www.faz.net/-gqe-9lx9o

Nach Todesfällen : Fisher-Price ruft Millionen Baby-Wiegen zurück

  • Aktualisiert am

Der „Rock’n Play Sleeper“ von Fisher-Price ist nach Todesfällen höchst umstritten und wird jetzt zurückgerufen. Bild: dpa

Mehr als 30 Kinder sollen in den „Rock ’n Play Sleepers“ von Fisher-Price zu Tode gekommen sein. Amerikanische Behörden und Hersteller Mattel haben jetzt reagiert.

          Der amerikanische Spielzeughersteller Fisher-Price ruft auf der ganzen Welt Millionen von Babywiegen zurück. Das teilten die amerikanische Verbraucherschutzkommission CPSC und der Hersteller mit. Anlass waren Berichte über Todesfälle, bei denen sich Säuglinge in der Wiege umgedreht hatten. Von dem Rückruf sind rund 4,7 Millionen Exemplare der „Rock ’n Play Sleepers“ betroffen.

          Die amerikanische Verbraucherorganisation Consumer Reports hatte zuvor berichtet, dass nach ihren Untersuchungen seit 2009 mindestens 32 Kinder durch die „Rock ’n Play Sleepers“ ums Leben kamen. Die Organisation beschrieb Fälle aus den Vereinigten Staaten, bei denen Säuglinge in ihren Wiegen erstickten. Die Amerikanische Akademie der Kinderärzte (AAP) forderte schon am vergangenen Dienstag den sofortigen Rückruf. „Dieses Produkt ist tödlich“, sagte AAP-Präsident Kyle Yasuda.

          „Stehen weiter zur Sicherheit unserer Produkte“

          „Es gab Todesfälle von Säuglingen in „Rock ’n Play Sleepers“, nachdem sich die Säuglinge vom Rücken auf den Bauch oder auf die Seite drehten und nicht festgeschnallt waren, oder unter anderen Umständen“, schrieb die CPSC. Verbraucher sollten die Wiegen ab sofort nicht mehr benutzen und Fisher-Price wegen einer Rückerstattung oder eines Gutscheins kontaktieren.

          Der Hersteller sprach in einer Stellungnahme von einem freiwilligen Rückruf in Abstimmung mit den Behörden. „Während wir weiter zur Sicherheit unserer Produkte stehen, haben wir angesichts der berichteten Vorfälle, in denen das Produkt entgegen den Sicherheitswarnungen und -anweisungen gebraucht wurde, gemeinsam mit der Verbraucherschutzkommission CPSC entschieden, dass der freiwillige Rückruf die beste Vorgehensweise ist.“

          Consumer Reports bezeichnete die Entscheidung als längst überfällig. „Es bedurfte zäher Untersuchungen und der Stimmen von Ärzten, Opferfamilien und Anwälten im ganzen Land, um diesen Rückruf Wirklichkeit werden zu lassen. Der Kongress muss der CPSC genauer auf die Finger schauen und sicherstellen, dass sie die Aufpasserin ist, auf die sich die Verbraucher verlassen können“, sagte die Präsidentin von Consumer Reports, Marta Tellado.

          Weitere Themen

          So will Volkswagen Google herausfordern

          Autos der Zukunft : So will Volkswagen Google herausfordern

          Volkswagen will nicht zum reinen Hardware-Lieferanten für Google und Apple werden, sondern seine eigene Software für das vernetzte Auto entwickeln. Dafür rüstet der Konzern massiv auf.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.