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Nach Schuldenschnitt : Griechenland wird als Zahlungsausfall eingestuft

Finanzminister Venizelos droht mit einem harten Zahlungsausfall Bild: AFP

Nach der griechischen Umschuldung ist die Stunde der Kreditausfallversicherungen gekommen. Doch das Volumen der Kontrakte gilt als verkraftbar.

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          Erstmals in der Geschichte der Europäischen Währungsunion ist der Zahlungsausfall für ein Mitgliedsland festgestellt worden. Am Freitagabend beschloss der internationale Verband der Derivatehändler ISDA, die griechische Umschuldung als Zahlungsausfall einzustufen. Der Verband begründete seinen Schritt damit, dass Athen trotz der breiten Zustimmung zum Schuldenschnitt unwillige Anleihe-Gläubiger zum Verzicht zwingen wolle.

          Markus Frühauf

          Redakteur in der Wirtschaft.

          An den Finanzmärkten galt Griechenland schon länger als zahlungsunfähig. Dass das Land seine Schuldenlast nicht mehr tragen kann, dafür lieferte der Schuldenschnitt, bei dem private Gläubiger wie Banken, Versicherer und Fonds auf Forderungen von 107Milliarden Euro verzichten, den letzten Beweis. Nach Angaben des griechischen Finanzministeriums haben Gläubiger Anleihen im Nominalwert von 172 Milliarden Euro angedient. Bei einem Forderungsverzicht von 53,5 Prozent ergibt sich eine Verringerung der Schuldenlast von 92Milliarden Euro. Damit würde das Ziel des Schuldenschnitts verfehlt werden, wenn nicht die griechische Regierung vor Wochen Umschuldungsklauseln eingeführt hätte, mit denen unwillige Gläubiger zur Teilnahme gezwungen werden können.

          Diese Umschuldungsklauseln, die internationale Bezeichnung lautet Collective Action Clauses (CAC), interpretierte der ISDA nun als ein „Kreditereignis“, das Zahlungen aus den Kreditausfallderivaten auslöst. Mit den sogenannten Credit Default Swaps (CDS) können sich professionelle Investoren bei einer Gegenpartei gegen den Zahlungsausfall eines Schuldners absichern. Die Feststellung eines Kreditereignisses durch den ISDA löst entsprechende Zahlungen aus. Doch CDS-Papiere haben einen schlechten Ruf, weil Investoren wie etwa Hedgefonds diese auch für Spekulationen verwendet haben, ohne eine tatsächliche Forderung abzusichern.

          Seit dem Ausbruch der Finanzkrise im Herbst 2008 durch den Zusammenbruch der amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers gelten CDS als das Schreckgespenst der Finanzmärkte. Der amerikanische Staat musste den Versicherer AIG mit 180 Milliarden Dollar auffangen, weil der sich mit der Absicherung von Kreditrisiken über CDS-Kontrakte übernommen hatte. Bankenaufseher, aber auch der amerikanische Investor Warren Buffett bezeichneten die Kreditausfallderivate als „finanzielle Massenvernichtungswaffe“. Das liegt auch daran, dass der CDS-Markt trotz der zwischenzeitlichen Bemühungen um Transparenz noch immer als schwer durchschaubar gilt.

          Eulen aus Athen: Credit Default Swaps werden fällig

          Fünf Banken - JP Morgan, Goldman Sachs, Deutsche Bank, Morgan Stanley und Barclays - dominieren den Handel auf dem knapp 16 Billionen Dollar großen CDS-Markt. Diese fünf Banken sitzen neben anderen Häusern auch in dem ISDA-Komitee, das nun über den Zahlungsausfall Griechenlands entscheidet. Zur Intransparenz trägt auch bei, dass die CDS-Kontrakte Verträge zwischen zwei Parteien sind, keine einheitlichen Standards aufweisen und nicht über öffentliche Börsen gehandelt werden. Auf der anderen Seite bemühen sich die Marktteilnehmer seit der Finanzkrise aber um Transparenz über die einzelnen Positionen auf Schuldner. Diese können etwa im Internet auf der Website des amerikanischen Wertpapierabwicklers DTCC eingesehen werden.

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