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Nach Rettung mit Staatshilfe : Privatbank Merck Finck geht an Investor aus Qatar

  • Aktualisiert am

Noch hält sich der Investor aus Qatar im Hintergrund Bild: REUTERS

Die Münchener Privatbank soll von der belgischen Muttergesellschaft an eine luxemburgische Holding verkauft werden. Dahinter steht ein nicht genannter Investor aus Qatar.

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          Die Münchener Privatbank Merck Finck soll im zweiten Anlauf an einen neuen Eigentümer aus Qatar gehen. Die Muttergesellschaft KBL werde für 1,05 Milliarden Euro an eine luxemburgische Holding namens Precision Capital verkauft, hinter der ein nicht genannter Investor aus dem Golfstaat steht, teilte die belgische Holding KBC am Montag mit. Ob es sich um privates Kapital oder um einen Staatsfonds handelt, sagte ein Sprecher nicht.

          Der Verkauf soll im ersten Quartal abgeschlossen werden. KBL hofft mit dem neuen Eigentümer nun auf Geschäftschancen vor allem im Nahen Osten und in Asien. „Precision Capital glaubt an Wachstum bei KBL auf organischer Basis und durch strategische Gelegenheiten“, sagte KBC-Chef Jan Vanhevel.

          KBC hatte KBL eigentlich bereits für 1,35 Milliarden Euro an die indische Industriellenfamilie Hinduja verkauft, die luxemburgische Finanzaufsicht ließ die Transaktion im März jedoch scheitern. Auch dem Verkauf nach Qatar müssen noch die Regulierungsbehörden zustimmen. KBC musste die in neun Ländern Europas vertretene Privatbanken-Gruppe auf Verlangen der EU verkaufen, weil das belgische Institut in der Finanzkrise mit milliardenschweren Staatshilfen gerettet worden war.

          Mehrmals neue Eigentümer

          Die KBL verwaltet mit gut 2500 Beschäftigten 47 Milliarden Euro an Vermögen und betreut weitere 38 Milliarden Euro. Die 140 Jahre alte Merck Finck mit 400 Mitarbeitern verwaltet mehr als zehn Milliarden Euro. Seit dem Verkauf des Bankhauses durch die Familie von Finck hat Merck Finck mehrfach den Eigentümer gewechselt. Das Münchener Institut gilt als Filetstück von KBL. Zur KBL-Gruppe gehören auch die französische Richelieu Banque Privee, Brown Shipley & Co in Großbritannien und Theodoor Gilissen Bankiers in den Niederlanden.

          Das Beispiel KBL zeigt, dass sich Banken trotz der Finanzkrise verkaufen lassen. Die Deutsche-Bank-Tochter BHF dagegen muss auf einen neuen Eigentümer noch warten. Der belgisch-schweizerische Investor RHJ sucht seit Monaten nach einem Co-Investor für die Bankengruppe um Kleinwort Benson, in der die BHF aufgehen soll. Weil die Suche bisher erfolglos verlief, hat RHJ den Antrag bei der Finanzaufsicht BaFin Insidern zufolge vorerst zurückgezogen, um einer Untersagung der Übernahme zu entgehen. Die Verhandlungen gehen aber weiter.
           

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