https://www.faz.net/-gqe-78l19

Nach Offshore Leaks : Bafin geht Geschäften in Steueroasen auf den Grund

  • Aktualisiert am

Frankfurts Banken mit Zoom Bild: dpa

Deutsche Banken haben in Steueroasen angeblich Forderungen in Höhe von 152 Milliarden Euro aufgebaut. Die Finanzaufsicht will genauer untersuchen, was dahinter steckt.

          1 Min.

          Die Geschäfte deutscher Banken in Steuerparadiesen rufen die Finanzaufsicht Bafin auf den Plan. „Wir werden eine Erhebung unter den Banken zu ihren Geschäften in Steueroasen starten“, kündigte der für die Bankenaufsicht zuständige Exekutivdirektor Raimund Röseler in der „Süddeutschen Zeitung“ an. „Die Institute müssen uns erläutern, was genau sie dort machen - und mit wem sie da Geschäfte abschließen.“

          Die Bafin interessiert sich dabei vor allem für Geschäfte, die die Banken als „Vermögensverwaltung“ bezeichnen. „Da finden Sie dann die ganz Reichen dieser Welt. Aber was sich dahinter wirklich verbirgt, wollen wir jetzt genau wissen“, sagte er.

          „Noch in der Erhebungsphase“

          Bisher habe die Finanzaufsicht allerdings wenige Hinweise darauf, dass die Banken dabei gegen ihre Sorgfaltspflichten verstoßen. Die Bafin habe schon vor einigen Jahren analysiert, was die Institute auf den exotischen Inseln machten, die als Steuerparadiese gelten. „Wir werden das Thema künftig noch systematischer angehen und genauer hinschauen“, kündigte der Aufseher an.

          „Derzeit sind wir noch in der Erhebungsphase. Wenn nach dieser Erhebung noch ein ungutes Gefühl bleibt, werden wir auch Sonderprüfungen durchführen.“ Das sei auch in Zweigstellen im Ausland möglich. Allerdings würden auch in den Steueroasen legale Geschäfte betrieben, an denen die Aufsicht nichts aussetzen könne, sagte Röseler.

          152 Milliarden Euro in Steueroasen

          Dem Bericht zufolge haben haben deutsche Kreditinstitute nach Daten der Bundesbank in Steueroasen Forderungen in Höhe von 152 Milliarden Euro aufgebaut. Diese seien vor Beginn der Finanzkrise massiv gestiegen und seither stabil geblieben. Deutsche Banken unterhielten in den 22 Steueroasen 25 Niederlassungen mit Banklizenz.

          Anfang des Monats war ein globales Netz dubioser Finanzgeschäfte enthüllt worden. Weltweit gerieten Politiker, Unternehmer, Prominente und Millionäre unter Druck. In Deutschland und anderen Ländern mehrten sich die Forderungen, Steueroasen den Kampf anzusagen und Schlupflöcher zu stopfen.

          Weitere Themen

          Volkswagen drohen neue Strafen in Amerika

          Abgasskandal : Volkswagen drohen neue Strafen in Amerika

          Der Autokonzern erleidet eine Niederlage vor einem amerikanischen Berufungsgericht. Die Entscheidung könnte aus Sicht der Richter zu weiteren „atemberaubenden Belastungen“ für VW führen.

          Topmeldungen

          Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) Ende April in Berlin

          Machtkampf in der Union : Das Ende der Zerrissenheit?

          Merkel und Söder schrauben sich und ihre Parteien laut Umfragen in ungeahnte Höhen. Die Suche nach einem CDU-Vorsitzenden und einem Kanzlerkandidaten macht das immer schwerer.
          Wohin soll das Geld gehen? Jakob Blasel sagt: in die Zukunft. Zum Beispiel in die Windkraft.

          Fridays for Future : Verspielt nicht unseren Wohlstand!

          Die Corona-Krise trifft die Wirtschaft hart. Deutschland wird Unternehmen retten müssen. Fridays-for-Future-Aktivist Jakob Blasel sagt: Da hat die junge Generation ein Wörtchen mitzureden. Sie zahle ja auch die Zeche. Ein Gastbeitrag.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.