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Nach Kritik : Amazon testet die 30-Stunden-Woche

  • Aktualisiert am

Amazon: Versandhändler mit dem Ruf schlechter Arbeitsbedingungen. Bild: Reuters

Geringe Gehälter, exzessive Arbeitszeiten: Amazon hat schon oft Schlagzeilen wegen schlechter Arbeitsbedingungen gemacht. Nun testet der Onlinehändler in einem Pilotprojekt ein Teilzeitmodell für ganze Teams. Doch das hat auch seine Tücken.

          Der Internet-Versandhändler Amazon steht traditionell in dem Ruf, die Arbeitsbedingungen seien schlecht, die Gehälter gering und die Arbeitszeiten lang. Letzteres will das Unternehmen nun angehen, wie aus einem Bericht der „Washington Post“ hervorgeht, die dem Amazon-Chef Jeffrey Bezos gehört. Demzufolge will Amazon mit einer 30-Stunden-Arbeitswoche für bestimmte Mitarbeiter experimentieren.

          In dem Pilotprojekt soll es einige wenige Technik-Teams geben, die komplett aus Teilzeit-Mitarbeitern bestehen. Was zunächst gut klingt, hat aber so seine Tücken: Die 30-Stunden-Teilzeitkräfte erhalten zwar dieselben Zusatzleistungen wie Vollzeitkräfte, aber nur 75 Prozent des Vollzeit-Gehalts.

          Ein genauerer Blick zeigt: Unter denselben Bedingungen beschäftigt Amazon schon läger 30-Stunden-Teilzeitmitarbeiter. Einzige Neuerung: Die Tatsache, dass ganze Teams einschließlich der Führungskräfte in dem Pilotprojekt auf die vollzeitnahe Teilzeit umstellen.

          „Wir wollen ein Arbeitsumfeld schaffen, das maßgeschneidert für eine niedrigere Stundenzahl ist und dennoch Erfolg und Karriereschritte fördert“, heißt es in einem Statement des Unternehmens im Internet. Die traditionelle Vollzeitarbeit passe nicht zu jedweder Lebenssituation.

          Nur einige Dutzend Teilnehmer

          Das Pilotprojekt wird zunächst relativ klein sein; nur einige Dutzend Mitarbeiter werden teilnehmen. Sie sollen intern und extern rekrutiert werden und im Personalbereich an technischen Aufgaben arbeiten, hieß es. Kernarbeitszeit sei Montag bis Donnerstag zwischen 10 und 14 Uhr, die restlichen Stunden seien flexibel. Amazon plane nicht, die 40-Stunden-Woche, die für das Gesamtunternehmen weiterhin gelte, generell anzutasten, sagte ein Sprecher.

          Die Ankündigung des Pilotprojekts folgt auf harsche Kritik, der sich das Unternehmen ausgesetzt sah, nachdem die New York Times über Arbeitsexzesse bei Amazon berichtet hatte. Dort hatte es geheißen, dass Mitarbeiter bis zu 80 Stunden je Woche am Arbeitsplatz seien und nur äußerst selten Urlaub nähmen. Amazon hatte daraufhin mitgeteilt, der Bericht „missinterpretiere“ die Zustände im Unternehmen.

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