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Nach europäischem Vorbild : Amerikaner bekommen Datengesetz

Bild: dpa

In Kalifornien gelten neue Regeln nach europäischem Vorbild für den Umgang mit persönlichen Informationen. Was das in der Praxis heißt, muss sich aber noch zeigen.

          3 Min.

          Auf den Internetseiten vieler amerikanischer Unternehmen hat sich zum Jahreswechsel etwas verändert: Sie haben prominente Links mit Titeln wie „Do Not Sell My Personal Information“, die Kunden mehr Kontrolle über den Umgang mit ihren persönlichen Daten geben sollen. Grund für diese Neuerung ist der am 1. Januar in Kraft getretene California Consumer Privacy Act (CCPA), das wohl strengste Datenschutzgesetz, das es jemals in den Vereinigten Staaten gab. Es orientiert sich an der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO), die seit gut eineinhalb Jahren in der Europäischen Union gilt. Es wurde mit dem Gedanken konzipiert, Unternehmen wie Facebook und Google, deren Geschäftsmodell auf der Auswertung von Daten beruht, Restriktionen aufzuerlegen, und im Text des Gesetzes findet sich ein Hinweis auf den Skandal um die missbräuchliche Verwertung von Facebook-Daten, in den das britische Unternehmen Cambridge Analytica verwickelt war. Aber das neue Gesetz, das schon im Juni 2018 verabschiedet worden ist, betrifft nicht nur die großen Internetkonzerne.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Das neue Datenschutzgesetz gilt für Vertreter der verschiedensten Branchen, sofern sie eine bestimmte Größe haben oder andere Voraussetzungen erfüllen und sofern sie in Kalifornien aktiv sind. Dem Wortlaut des Gesetzes nach würde das sogar ausländische Unternehmen einbeziehen. Und so findet sich der „Do Not Sell“-Link jetzt auf den Internetseiten von so unterschiedlichen Adressen wie Walmart, McDonald’s oder AT&T. Amerikaner sind zuletzt außerdem mit E-Mails bombardiert worden, in denen Unternehmen mit Verweis auf das neue Gesetz veränderte Datenrichtlinien ankündigen.

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