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Nach der Klimakonferenz : Zuerst das Gas, dann der Klimaschutz

In Brunsbüttel bauen Arbeiter Gas-Pipelines für das LNG-Flüssiggas-Schwimmterminal zusammen. Bild: dpa

Der Bau der Flüssiggasterminals wird mehr als doppelt so teuer. Minister Habeck verteidigt die Kosten und verspricht mehr Förderung für die Erneuerbaren. Doch was, wenn der Rest der Welt an den Fossilen festhält?

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          Dass Energie, Lebensmittel, Baumaterialien und vieles andere deutlich teurer geworden sind, ist weithin bekannt. Ein Preisauftrieb der besonderen Art hat jedoch die Terminals für Flüssiggas (LNG) erfasst, welche die Bundesregierung derzeit unter Hochdruck an Deutschlands Küsten errichten lässt. Die Kosten des Bundes für diese Anlagen haben sich mehr als verdoppelt, wie aus Unterlagen zu einer Sitzung des Haushaltsausschusses hervorgeht. Statt 2,94 Milliarden Euro wie im Frühjahr geplant sind allein für dieses Jahr jetzt 6,56 Milliarden Euro einkalkuliert. Auf 123 Prozent beläuft sich damit die LNG-Inflation – dagegen wirken die 10 Prozent allgemeine Inflation beinahe gering.

          Julia Löhr
          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.
          Johannes Pennekamp
          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaftsberichterstattung.

          Andere europäische Länder verfügen schon seit Jahren über eine Infrastruktur für Flüssiggas, in Deutschland winkten die Unternehmen dagegen lange Zeit ab. Erst als die Bundesregierung nach dem Beginn des Ukrainekrieges im Frühjahr erhebliche staatliche Unterstützung in Aussicht stellte, kam Bewegung in die Sache. Zunächst war von zwei Anlagen die Rede, inzwischen ist die Zahl auf sieben gestiegen. Die meisten davon sind schwimmende Terminals, sogenannte FSRUs. Diese können schneller errichtet werden als Anlagen an Land. Ein schwimmendes Terminal in Wilhelmshaven ist schon fertig. Um den Jahreswechsel 2022/2023 sollen dort die ersten LNG-Tanker anlegen. Das Flüssiggas wird dann wieder in Gas verwandelt und ins Leitungsnetz eingespeist.

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