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Nach den Wahlen : Der Osten braucht Einwanderung

Mitarbeiten an der Zukunft Ostdeutschlands: BMW-Werk in Leipzig Bild: dpa

Viele Ostdeutsche sind gegen mehr Zuwanderer. Doch Ökonomen warnen: Ohne neue Arbeitskräfte aus dem Ausland geht es wirtschaftlich bergab.

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          Wie viele Ausländer kann Deutschland noch verkraften? Diese Frage spielte in den vergangenen Wochen im Wahlkampf in Sachsen und Brandenburg eine wichtige Rolle. Vor allem die AfD und ihre Anhänger vertraten die Ansicht: bloß nicht noch mehr. Dazu passt eine kürzlich veröffentlichte Studie der Bertelsmann-Stiftung, wonach 60 Prozent der Ostdeutschen der Meinung sind, dass es zu viel Einwanderung gibt. Zwar ist diese Meinung auch in Westdeutschland verbreitet, mit 50 Prozent liegt der Wert aber deutlich niedriger.

          Julia Löhr

          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

          Ökonomen sehen dies mit Sorge, schließlich ist die Wirtschaft in Ostdeutschland auf Zuwanderung angewiesen. Grund ist die Abwanderungswelle nach der Wende, rund 2 Millionen Menschen hat Ostdeutschland dadurch netto verloren. Das hat Folgen für die weitere wirtschaftliche Entwicklung: Zwischen 2018 und 2035 wird die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter – das sind alle zwischen 15 und 67 Jahren – in Ostdeutschland um rund 1,5 Millionen Menschen abnehmen, sagt der Chef der Dresdner Niederlassung des Ifo-Instituts, Joachim Ragnitz, voraus. Weil nicht alle Erwerbsfähigen auch tatsächlich arbeiten, schrumpft die Zahl der Erwerbstätigen zwar nicht ganz so stark. Aber auch diesbezüglich kommt Ragnitz auf eine Zahl von 435 000 Menschen, die der Wirtschaft bis 2035 verlorengehen und die ersetzt werden müssen – durch wen auch immer.

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