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Nach Datenleck : Australien warnt französischen U-Boot-Hersteller

  • Aktualisiert am

Australien will 12 neue U-Boote vom französischen Hersteller DCNS kaufen. Bild: Reuters

Geheime U-Boot-Daten der französischen Staatswerft DCNS sind im Internet aufgetaucht. Die Behörden ermitteln. Nun meldet sich das australische Verteidigungsministerium.

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          Australien hat den französischen U-Boot-Lieferanten DCNS nach einem Datenleck zu verstärkten Sicherheitsvorkehrungen aufgefordert. Die Regierung sei wegen des Vorfalls sehr besorgt, sagte ein Vertreter des Verteidigungsministeriums an diesem Freitag.

          Die Zeitung „The Australian“ hatte darüber berichtet, dass geheime Unterlagen des Thyssen-Krupp-Rivalen mit Details zum Bau von sechs U-Booten für die indische Marine im Internet aufgetaucht waren. DCNS soll Australien zwölf neue U-Boote eines anderen Typs liefern.

          Wirtschaftskrieg?

          Die Franzosen hatten im Frühjahr das Rennen für diesen umgerechnet ungefähr 34 Milliarden Euro umfassenden Auftrag gegen Thyssenkrupp und ein Konsortium der japanischen Konzerne Mitsubishi Heavy Industries und Kawasaki Heavy Industries gewonnen.

          „The Australian“ liegen nach eigenen Angaben Dokumente im Umfang von 22.000 Seiten zum Bau der sechs indischen U-Boote der „Scorpene“-Klasse vor. DCNS hatte erklärt, womöglich Opfer eines „Wirtschaftskriegs“ geworden zu sein.

          Ein Branchenvertreter, der an dem Bieterprozess für den Australien-Auftrag beteiligt war, bezeichnete dies als außergewöhnlichen Versuch, von den Mängeln bei DCNS abzulenken. „Da hat es ganz klar ein großes Leck gegeben.“

          Die beiden Wettbewerber Thyssen Krupp und Mitsubishi Heavy hatten sich zu dem Vorfall nicht äußern wollen. Thyssen Krupp und DCNS liefern sich im U-Boot-Bau immer wieder Bieterwettstreits. Derzeit bemühen sich beide um den Auftrag zum Bau neuer U-Boote für die norwegische Marine. An DCNS ist mit 35 Prozent der französische Rüstungskonzern Thales beteiligt.

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