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Wohin mit dem Abfall? : Nach China gelangt nur noch halb so viel Müll wie bisher

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In den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union stellt sich die Frage: Wohin mit dem Plastikmüll? Bild: University of Georgia

Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt nimmt Ländern wie Deutschland nun weniger Abfall ab. Und das ist erst der Anfang.

          Chinas nimmt weniger Müll aus dem Ausland an. Die entsprechenden Bemühungen der chinesischen Führung spiegeln sich nun in einer Zahl: Die Müll-Importe sanken in der ersten Hälfte des Jahres um mehr als 56 Prozent, wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua mitteilte unter Berufung auf Statistiken der Zollbehörden.

          Dazu trugen demnach seit Jahresanfang geltende Importverbote für bestimmte Arten von Abfall sowie ein härteres Vorgehen gegen Schmuggler bei. Bislang war die Einfuhr von Recycling-Müll für die Volksrepublik ein bedeutender Wirtschaftszweig. Die Führung in Peking hatte die nun greifenden Einschränkungen mit dem Schutz der Umwelt sowie dem Ziel begründet, die Wirtschaft weg von der Schrott-Verwertung auf ein höheres Produktionsniveau zu heben.

          Als Reaktion auf die Beschränkungen hat die EU-Kommission angekündigt, mehr Kunststoff-Abfall in Europa wiederzuverwerten. Bis Ende 2018 will China das Verbot auf 16 weitere Arten von Abfall ausweiten, darunter Altmetall und chemische Abfälle.

          Betroffen von der chinesischen Entscheidung sind neben der EU aber auch die Vereinigten Staaten. Die amerikanische Recycling-Industrie traf die entsprechende Nachricht, die China bereits vor ungefähr einem Jahr der Welthandelsorganisation mitteilte, ins Mark. China hatte den Vereinigten Staaten im vorigen Jahr noch rund zwei Drittel des Altpapiers und damit mehr als zehn Millionen Tonnen abgekauft, ferner die meisten Plastikabfälle und die Hälfte des Aluminiumschrotts. Pekings Entscheidungen erschüttern Handelsbeziehungen und Produktionsketten, die in drei Dekaden entwickelt wurden.

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