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Brexit-Votum : Bank stoppt Finanzierung von Immobilien in London

Finanzdistrikt in Singapur: Die erste Bank dort bekommt nun hinsichtlich der Immobilienkredite in London kalte Füße. Bild: dpa

Die Londoner Immobilienpreise kannten über Jahre nur eine Richtung: aufwärts. Nach dem Brexit-Votum ist das nicht mehr klar. Nun finanziert eine Singapurer Bank ihren Kunden bis auf Weiteres keine Immobilienkäufe in London mehr.

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          Als erste asiatische Bank finanziert die Singapurer United Overseas Bank (UOB) ihren Kunden bis auf Weiteres keine Immobilienkäufe in London mehr. Sie fürchtet einen deutlichen Rückgang der Preise auf dem dortigen Markt, der über Jahre eine starke Nachfrage erfuhr. „Die Folgen des Referendums zeigen sich erst nach und nach. Angesichts der Unsicherheiten müssen wir sicherstellen, dass unsere Kunden sich mit Blick auf Immobilien in London vorsichtig verhalten“, hieß es bei der drittgrößten Bank Südostasiens.

          Christoph Hein
          Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

          Wohlhabende Asiaten, insbesondere Inder, Singapurer und Thailänder zählen seit Jahren zu den Investoren in der britischen Hauptstadt. Nicht nur ein möglicher Rückgang der Preise für Immobilien in London besorgt die Banker, sondern auch der Sturz des britischen Pfundes: Er drückt auf das Verhältnis der Hypothek zum Wert der Immobilie, wenn die Kredite in Singapur Dollar ausgegeben wurden. Zugleich hoffen die weltumspannend arbeitenden Immobilienentwickler und Makler auf steigendes Interesse an Häusern und Büros in Singapur, Hongkong, Japan und Australien, die Käufer als sicheren Hafen betrachten könnten.

          Der Wert von kommerziellen Immobilien könnte in London in Jahresfrist um 10 Prozent fallen, sagte Blackrock voraus. Denn Mieter würden nun kürzere Verträge aushandeln, und Investoren ihr Kapital nach Asien umschichten. „London bleibt nun sehr verletzlich angesichts der hohen Preise und der multinationalen Mieter“, heißt es bei Jones Lang Lasalle.

          Mutigere Investoren allerdings wittern nun Chancen: „Wenn es zu Notverkäufen kommt werde ich in Großbritannien kaufen, gleich ob Wohnimmobilien oder Hotels. Einige mögen nun in Panik verfallen“, sagte Kwek Leng Beng, der Chef der Singapurer Immobilienkonzerne Hong Leong Group und City Developments (CDL). Großbritannien trägt 12 Prozent zum Umsatz von CDL bei.

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