https://www.faz.net/-gqe-8x54e

Nach bizarrem Brief : Kleinfeld gibt Mandat bei Großbank ab

Legendär impulsiv: Klaus Kleinfeld Bild: Reuters

Sein bizarrer Brief ging um die Welt – und hat Klaus Kleinfeld mehr als nur einen Job gekostet. Auch von einem Verwaltungsratsposten muss er sich verabschieden.

          1 Min.

          Wenige Tage nach seinem Rücktritt als Vorstandsvorsitzender des amerikanischen Metallkonzerns Arconic hat Klaus Kleinfeld einen weiteren Posten verloren: Die New Yorker Bank Morgan Stanley teilte mit, Kleinfeld habe am Freitag mit sofortiger Wirkung sein Amt als Mitglied im Verwaltungsrat abgegeben. Der Manager werde auch bei der kommenden Aktionärsversammlung im Mai nicht zur Wahl stehen, hieß es weiter.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Kleinfeld hat vor einer Woche den Vorstandsvorsitz bei Arconic im Zuge einer Auseinandersetzung mit dem Hedgefonds Elliott Management geräumt, der einen Anteil an dem Unternehmen hält. Elliott hatte schon seit Monaten seine Ablösung gefordert und sich unzufrieden mit den Ergebnissen und dem Aktienkurs des Unternehmens gezeigt. Gestürzt ist der Manager dann aber über einen bizarren Brief, den er an Elliott-Chef Paul Singer geschrieben hatte und der nach Auffassung des Verwaltungsrats von Arconic von „schlechtem Urteilsvermögen“ zeugte.

          Der Brief wurde wenige Tage später publik. Kleinfeld schrieb darin, er wisse von ausgelassenen Feiern Singers während der Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland 2006, die das Zeug dazu hätten, „bleibend legendär“ zu werden. Er suggerierte, Singer habe damals kostümiert in Indianerschmuck in einem Springbrunnen gestanden und „Singing in the Rain“ gesungen.

          Im Umfeld Kleinfelds wurde der Brief als harmlos beschrieben, aber Elliott verstand ihn als Erpressungsversuch und beschwerte sich bei Arconic, woraufhin Kleinfeld zurücktrat. Neben Morgan Stanley hatte Kleinfeld bislang auch noch ein Verwaltungsratsmandat beim Technologiekonzern Hewlett Packard Enterprise.

          Weitere Themen

          Fauci empfindet Arbeit unter Biden als „befreiend“ Video-Seite öffnen

          Virologe : Fauci empfindet Arbeit unter Biden als „befreiend“

          Der führende amerikanische Virologe Anthony Fauci ist sichtlich froh, nicht mehr unter Donald Trump beschäftigt zu sein. Er habe immer Sanktionen befürchten müssen, wenn er Trump widersprochen habe, erklärte Fauci.

          Topmeldungen

          Das erste Interview nach seiner Wahl zum CDU-Vorsitzenden: Ministerpräsident Armin Laschet in der Düsseldorfer Staatskanzlei.

          Interview mit Armin Laschet : „Auch mit Friedrich Merz“

          Ein Gespräch mit dem neuen CDU-Vorsitzenden Armin Laschet über die Einbindung des unterlegenen Konkurrenten, die Kanzlerkandidatur, den Kampf gegen Corona, sein Verhältnis zu Russland, die Seidenstraße – und über Twitter.
          Kein Sieg mehr ohne sie: Aserbaidschan erzielte die Erfolge beim Nagornyj Karabach vor allem durch Drohnen, wie hier die türkische Bayraktar TB2.

          F.A.Z. exklusiv : Bundeswehr hat Defizite bei Abwehr von Drohnen

          Das Fehlen bewaffneter Drohnen und einer Drohnenabwehr hat größere Auswirkungen auf die Kampf- und Verteidigungsfähigkeit der Bundeswehr als bislang angenommen. Das geht aus einer Analyse des Verteidigungsministeriums hervor.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.