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Nach bizarrem Brief : Kleinfeld gibt Mandat bei Großbank ab

Legendär impulsiv: Klaus Kleinfeld Bild: Reuters

Sein bizarrer Brief ging um die Welt – und hat Klaus Kleinfeld mehr als nur einen Job gekostet. Auch von einem Verwaltungsratsposten muss er sich verabschieden.

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          Wenige Tage nach seinem Rücktritt als Vorstandsvorsitzender des amerikanischen Metallkonzerns Arconic hat Klaus Kleinfeld einen weiteren Posten verloren: Die New Yorker Bank Morgan Stanley teilte mit, Kleinfeld habe am Freitag mit sofortiger Wirkung sein Amt als Mitglied im Verwaltungsrat abgegeben. Der Manager werde auch bei der kommenden Aktionärsversammlung im Mai nicht zur Wahl stehen, hieß es weiter.

          Roland Lindner
          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Kleinfeld hat vor einer Woche den Vorstandsvorsitz bei Arconic im Zuge einer Auseinandersetzung mit dem Hedgefonds Elliott Management geräumt, der einen Anteil an dem Unternehmen hält. Elliott hatte schon seit Monaten seine Ablösung gefordert und sich unzufrieden mit den Ergebnissen und dem Aktienkurs des Unternehmens gezeigt. Gestürzt ist der Manager dann aber über einen bizarren Brief, den er an Elliott-Chef Paul Singer geschrieben hatte und der nach Auffassung des Verwaltungsrats von Arconic von „schlechtem Urteilsvermögen“ zeugte.

          Der Brief wurde wenige Tage später publik. Kleinfeld schrieb darin, er wisse von ausgelassenen Feiern Singers während der Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland 2006, die das Zeug dazu hätten, „bleibend legendär“ zu werden. Er suggerierte, Singer habe damals kostümiert in Indianerschmuck in einem Springbrunnen gestanden und „Singing in the Rain“ gesungen.

          Im Umfeld Kleinfelds wurde der Brief als harmlos beschrieben, aber Elliott verstand ihn als Erpressungsversuch und beschwerte sich bei Arconic, woraufhin Kleinfeld zurücktrat. Neben Morgan Stanley hatte Kleinfeld bislang auch noch ein Verwaltungsratsmandat beim Technologiekonzern Hewlett Packard Enterprise.

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